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Rückenschmerzen: Ursachen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (30. Juni 2014)

Für Rückenschmerzen gibt es viele verschiedene Ursachen – nicht immer lässt sich die tatsächliche Ursache der Schmerzen feststellen.

So können Rückenschmerzen zum Beispiel organische oder psychische Ursachen (z.B. Stress) haben, aber auch durch Fehlhaltungen und Fehlbelastungen entstehen. Eine mögliche Folge sind Muskelverspannungen im Rückenbereich, die früher oder später zu den eigentlichen Rückenschmerzen führen – denn verspannte, harte Muskeln können benachbart liegende Nerven reizen, was sich schließlich als Schmerz äußert.

Muskelverspannungen sind eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen und führen oft zu akuten Schmerzen. Meist verschwinden diese jedoch nach wenigen Tagen von selbst und gelten als harmlos.

Etwa 62 Prozent aller Rückenschmerzen entstehen dabei im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS), also im unteren Rücken. Die Lendenwirbelsäule besteht aus fünf Wirbelkörpern, an die sich Kreuz- und Steißbein anschließen. Ist das Gelenk zwischen dem Kreuzbein und einem Teil des Beckenknochens (Darmbein) betroffen, spricht man auch von Kreuzschmerzen beziehungsweise von sogenannten "iliosakralen Beschwerden". Denn das betroffene Gelenk heißt Kreuzbein-Darmbeingelenk oder Iliosakralgelenk, der Schmerz auch Iliosakralsyndrom. Rückenschmerzen können jedoch, wenn auch statistisch gesehen seltener, im mittleren oder oberen Rücken entstehen, also im Bereich der Brustwirbelsäule (2 Prozent) oder Halswirbelsäule (36 Prozent).

Iliosakralgelenk: Video

Mögliche Ursachen für Rückenschmerzen sind unter anderem:

  • Bewegungsmangel bzw. schwache Rücken- und Bauchmuskulatur
  • Zugluft
  • Übergewicht
  • Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule
  • Arthrose (Gelenkverschleiß)
  • Osteoporose (Knochenschwund)
  • Schleudertrauma nach Verkehrsunfall
  • Bandscheibenvorfall
  • eingeklemmter Nerv
  • Wirbelkörperbruch
  • Wirbelkörperverschiebung
  • Wirbelkörperentzündung (Spondylitis)
  • Bandscheibenentzündung (Diszitis)
  • Abriss einer Nervenwurzel
  • Versteifung der Brust- und Lendenwirbelsäule (z.B. bei Morbus Bechterew)
  • Neurinom (gutartiger Nervenfasertumor)
  • Meningeom (Tumor der Nervenscheide)
  • Tumoren der Wirbelkörper außerhalb des Rückenmarks
  • Metastasen eines Tumors des Rückenmarks (Tochtergeschwülste)
  • Nervenentzündung bei Diabetikern
  • Entmarkungskrankheit (funikuläre Myelose)
  • Erkrankung des Nervensystems bei fortgeschrittener Borreliose (Neuroborreliose)
  • Neurolues (Neurosyphilis, Verlaufsform einer unbehandelten oder nicht ausgeheilten Syphilis)
  • Veränderungen der Wirbelsäule im Bereich Lendenwirbel/Kreuzbein (lumbosakrale Spondylose)
  • Einengung des Rückenmarkkanals im Bereich Lendenwirbel/Kreuzbein (lumbosakrale Stenose)
  • Verengung eines Nervenaustrittspunkts
  • Knochenverdickungen (Morbus Paget)
  • krankhafte Erweiterung der Schlagader (Aortenaneurysma)
  • Durchblutungsstörungen im Rückenmark (Arteria-spinalis-anterior-Syndrom)
  • Alkohol-, Opiate- oder Schmerzmittelentzug

Nicht immer haben Rückenschmerzen ihre Ursachen in der Wirbelsäule oder der Rückenmuskulatur. Manche Erkrankungen können zu Schmerzen führen, die in den Rücken ausstrahlen und deshalb für Rückenschmerzen gehalten werden, wie zum Beispiel:

Fehlhaltungen und Fehlbelastungen

Fehlhaltungen und Fehlbelastungen der Wirbelsäule können zu Rückenschmerzen führen. Treten Rückenschmerzen auf, neigen Betroffene dazu, die auftretenden Schmerzen unbewusst zu kompensieren: Sie versuchen die Fehlhaltung dadurch auszugleichen, dass sie andere Muskeln anspannen und auf Dauer verspannen. Dies verursacht weitere Fehlhaltungen, die zu erneuten Rückenschmerzen führen können.

Psychosomatische Ursachen

Der Begriff "psychosomatisch" umfasst die Wörter psyche (Seele) und soma (Körper). Psychosomatische Erkrankungen sind Ausdruck psychischer Belastungen (z.B. Stress) oder Krankheiten (z.B. Depressionen), die sich in Form von körperlichen Beschwerden zeigen. Körperliche Beschwerden können allerdings auch ihrerseits psychische Probleme verursachen – auf lange Sicht erhöhen chronische Schmerzen bei Betroffenen das Risiko für Depressionen.

Wie kann es dazu kommen? Ein Teil des Nervensystems bildet eine Brücke zwischen Psyche und Körper. Angst- oder Stresssituationen erhöhen zum Beispiel den Herzschlag und steigern die Durchblutung. Dauert die Stressphase zu lange an, können psychosomatische Störungen auftreten. Äußern sich diese in dauerhaften Schmerzen, so wird wiederum eine Stresssituation geschaffen und eine Schmerzspirale kann entstehen. Schmerzen bedeuten für den Körper Stress – umgekehrt löst Stress bei Rückenschmerzpatienten wiederum oft Schmerzen aus.

Rückenschmerzen, bei denen die Ursachen psychosomatisch sind, treten vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule auf.






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