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Rückenschmerzen: Definition – akut oder chronisch?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (26. Oktober 2015)

Rückenschmerzen kann man anhand verschiedener Kriterien einteilen. Ein wichtiges Kriterium ist die Dauer, also wie lange die Rückenschmerzen bei Betroffenen schon bestehen:

  • akute Rückenschmerzen: wenige Tage bis sechs Wochen
  • subakute Rückenschmerzen: länger als sechs Wochen
  • chronische bzw. chronisch rezidivierende (wiederkehrende) Rückenschmerzen: länger als zwölf Wochen

Akute Rückenschmerzen treten weitaus häufiger auf als chronische Rückenschmerzen.

Rückenschmerzen lassen sich außerdem nach dem Schmerztyp unterscheiden:

  • radikulärer Schmerz: Bei radikulären Rückenschmerzen liegt die Schmerzursache in einer gereizten Nervenwurzel. Die Reizung entsteht meist dadurch, dass die Nervenwurzel eingeengt wird, z.B. durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Entzündung. Radikuläre Schmerzen folgen dem Verlauf des gereizten Nervs bzw. machen sich im Versorgungsgebiet des Nervs bemerkbar – strahlen also z.B. in den Arm bis zur Hand oder im Bein bis zum Fuß aus. Der Schmerz wird am Nervenendpunkt (wie Hand oder Fuß) oft stärker empfunden, als an der eigentlichen Schmerzquelle (also an der eingeengten Nervenwurzel, z.B. im Nacken oder unteren Rücken). Oft liegen bei radikulären Schmerzen begleitend Missempfindungen (z.B. Kribbeln) oder Lähmungserscheinungen vor.
  • pseudoradikulärer Schmerz: Pseudoradikuläre Schmerzen (= "scheinbar-radikuläre" Schmerzen) bzw. nicht-radikuläre Schmerzen äußern sich sehr ähnlich wie radikuläre Schmerzen und sind deswegen anfangs nicht leicht zu unterscheiden. Im Laufe der Diagnosestellung zeigt sich jedoch in der Regel, dass der Schmerz nicht entlang des Versorgungsgebiets eines bestimmten Nervs auftritt – das gilt auch für möglicherweise auftretende Missempfindungen. Lähmungserscheinungen treten beim pseudoradikulären Schmerz nicht auf. Mögliche Ursachen für pseudoradikuläre Schmerzen liegen z.B. in den kleinen Gelenken der Wirbelsäule (Facettengelenke), im Iliosakralgelenk oder im lumbosakralen Bandapparat.

Pseudoradikuläre Schmerzen treten dabei deutlich häufiger auf als radikuläre Schmerzen.

Weitere Formen der Rückenschmerzen sind unter anderem:


Häufigkeit

Gelegentliche Rückenschmerzen kennt fast jeder. Aber auch chronischer Rückenschmerz ist für viele kein Unbekannter: In Deutschland sind 22 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männern davon betroffen – das sind etwa jede fünfte Frau und jeder siebte Mann. Die Häufigkeit von Rückenschmerzen nimmt dabei mit steigendem Alter zu, wobei Frauen insgesamt öfter von Rückenschmerzen berichten als Männer.

Manche Statistiken lassen annehmen, dass Rückenschmerzen in Deutschland häufiger als früher auftreten. Das lässt sich bislang jedoch nicht mit Sicherheit sagen, da die Ergebnisse der verschiedenen Studien und Statistiken nicht ohne Weiteres miteinander vergleichbar sind.



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