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Stand: 26. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Als Schleudertrauma bezeichnet man im Allgemeinen eine Verletzung im Bereich der Halswirbelsäule (HWS), die durch plötzliche, sehr starke Beugung und Überstreckung des Kopfs entsteht. Beim Schleudertrauma sind vorrangig oder ausschließlich Gewebe wie Muskeln und Bindegewebe betroffen (Weichteilverletzung) – Gelenkverletzungen und Knochenbrüche können in einigen Fällen zusätzlich vorkommen.
Genau genommen steht der Begriff "Schleudertrauma" für die Bewegung des Kopfes bei einem Unfall und nicht für ein festgelegtes Krankheitsbild. Auffahrunfälle oder Sportverletzungen (etwa beim Kampfsport) sind Beispiele für einen typischen Unfallhergang. Sie können dazu führen, dass die Halswirbelsäule kurzfristig sehr stark gebeugt und anschließend überstreckt wird. Dies kann unterschiedliche Folgen haben.
Nach einem Schleudertrauma kommt es meist zu einer schmerzhaften Steilhaltung der Halswirbelsäule und zu einer Verspannung der Nacken- und Halsmuskulatur. Die Bänder der Halswirbel können in schlimmeren Fällen gezerrt oder eingerissen sein. Die schleudernde Bewegung verletzt nur in seltenen Fällen die Bandscheiben. Eine weitere seltene Komplikation liegt vor, wenn Blutgefäße einreißen und es ins Gewebe einblutet.
Die Diagnose Schleudertrauma kann der Arzt in der Regel leicht stellen, nachdem der Verletzte den Unfallhergang geschildert hat. Ebenso ist eine körperliche Untersuchung aufschlussreich. Als nächstes klärt der Arzt, wie stark die Verletzungen sind, indem er bildgebende Verfahren anwendet. Hierzu dienen Röntgenaufnahmen, in seltenen Fällen auch die Computer- oder Magnetresonanztomographie. Die Therapie des Schleudertraumas erfolgt meist konservativ, also ohne operativen Eingriff. Betroffene sollten sich zwar wenig belasten, dennoch Kopf und Hals beweglich halten. Liegen keine schweren Verletzungen vor, können Betroffene ihren Alltag wieder aufnehmen – Bettruhe oder Halskrausen sind dann nicht erforderlich. Physiotherapie kann unterstützend wirken und die Beschwerden lindern.
Bei einem Schleudertrauma ist die Prognose von Person zu Person unterschiedlich. In vielen Fällen heilt ein Schleudertrauma auch ohne besondere Behandlung nach wenigen Tagen bis Wochen wieder aus. Liegen keine schwerwiegenden Verletzungen vor, ist es wichtig, vorsichtig wieder aktiv zu werden und keine Schonhaltung einzunehmen. Medikamente und bestimmte Therapieformen (z.B. physikalische Therapie) helfen gegen Verspannungen und Schmerzen.
Bestanden schon vor dem Schleudertrauma Vorerkrankungen der Wirbelsäule, kann dies den Verlauf ungünstig beeinflussen. In manchen Fällen können die Beschwerden eines Schleudertraumas chronisch verlaufen. In manchen Fällen scheinen auch psychische Faktoren eine Rolle zu spielen. Der nachwirkende Unfallschock, Sorge um die Gesundheit oder andere Gründe können dazu führen, dass Betroffene eine Schonhaltung einnehmen und verstärkt Schmerzen wahrnehmen.
Wie häufig ein Schleudertrauma chronisch verläuft und welchen Anteil psychische Gründe haben, ist stark umstritten. Ist ein Schleudertrauma nachweisbar durch einen Autounfall verursacht, der vor Gericht verhandelt wird, muss der Unfallverursacher unter Umständen Schmerzensgeld an den Verletzten zahlen. Allerdings lassen sich feinste Verletzungen im Halswirbelbereich nicht in jedem Fall sicher nachweisen – auch wenn der Betroffene Beschwerden hat.
Betroffene mit einem Schleudertrauma können beim chronischen Verlauf ein sogenanntes "Schmerzgedächtnis" entwickeln, also Veränderungen im Nervenstoffwechsel. Dadurch können in einigen Fällen Schmerzen auch dann erhalten bleiben, wenn die Ursache lange zurückliegt.
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