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Stand: 20. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Eine Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) kann problemlos ausheilen – doch wenn auch das Rückenmark verletzt ist, können nicht rückgängig zu machende Lähmungen entstehen. Daher ist es bei Unfällen wichtig, immer an die Möglichkeit einer verletzten Wirbelsäule zu denken und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, damit sich bestehende Schäden nicht noch verschlimmern.
Bei den meisten Wirbelsäulenverletzungen handelt es sich um Verdrehungen (Distorsionen) der Wirbelsäule ohne Schäden an Knochen oder Rückenmark. Nur in 15 bis 20 Prozent der Fälle liegt eine Rückenmarksverletzung vor. Hierfür können Wirbelbrüche verantwortlich sein, wenn sich zum Beispiel Bruchstücke verschieben und das Rückenmark verletzen oder durchtrennen. Aber auch eine Wirbelsäulenverletzung ohne Knochenbeteiligung kann das Rückenmark schädigen – und zwar infolge einer Erschütterung, Prellung oder Quetschung des Rückenmarks. Alle Rückenmarksverletzungen können die Funktion des Rückenmarks einschränken und nachfolgend Lähmungen verursachen.
Ein Spinaltrauma entsteht meist durch Unfälle mit starker Gewalteinwirkung, zum Beispiel im Straßenverkehr oder bei risikoreichen Sportarten. Deutliche Hinweise auf ein Wirbelsäulentrauma sind plötzliche Rückenschmerzen, die je nach beteiligten Strukturen zusammen mit anderen Beschwerden auftreten: Bei einer Wirbelsäulenverletzung mit verletztem Rückenmark treten neurologische Symptome auf: Gefühlsstörungen (Sensibilitätsstörungen) wie Taubheit, Kribbeln oder Lähmung im Bereich der Arme und Beine.
Bei Verdacht auf ein Spinaltrauma ist es unbedingt erforderlich, direkt am Unfallort lebensbedrohliche Zustände unter Kontrolle zu bringen und die Wirbelsäule für den Transport zu stabilisieren. Je nach Art der Wirbelsäulenverletzung kommt später eine nicht-operative Behandlung oder eine Operation zum Einsatz. Anschließend ist eine Nachbehandlung der Rückenverletzung notwendig – sowohl in Form eine Physiotherapie als auch häufig in psychischer Hinsicht. Die Prognose einer Wirbelsäulenverletzung ist von deren Art und ihrem Ausmaß abhängig; im schwerwiegendsten Fall – bei einer Rückenmarksdurchtrennung – bleiben die Betroffenen ihr Leben lang querschnittsgelähmt.
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