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Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit)

Stand: 31. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Der Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit) ist eine häufige Erkrankung der Wirbelsäule, die vorwiegend bei männlichen Jugendlichen auftritt.

Typisch für Morbus Scheuermann ist ein sich im Bereich der Brustwirbelsäule ausbildender Rundrücken: Die gesunde Wirbelsäule weist im Brustbereich eine nur gering ausgeprägte, nach hinten gerichtete Krümmung – eine sogenannte Kyphose (griech. kyphos = "gekrümmt", "gebückt") – auf. Bei der Scheuermann-Krankheit ist diese Kyphose – bedingt durch Wachstumsstörungen der Wirbelkörper und die Bildung von Keilwirbeln – oft stärker ausgeprägt als normal. Morbus Scheuermann kann aber auch (in selteneren Fällen) durch eine krankhafte Kyphose im Bereich der Lendenwirbelsäule zu einem ausgeprägten Flachrücken führen. Da sich die Folgen der Wachstumsstörung der Wirbelsäule in der Regel zwischen Pubertät und Erwachsenenalter zeigen, bezeichnet man den Morbus Scheuermann auch als Adoleszentenkyphose (Adolenszenz = späterer Abschnitt des Jugendalters) beziehungsweise juvenile Kyphose (juvenil = jugendlich, für junge Menschen typisch).

Morbus Scheuermann hat vielfältige Ursachen, die sich gegenseitig beeinflussen und verstärken können. Man unterscheidet dabei zwischen inneren (endogenen) Faktoren, wie etwa erblich bedingte Faktoren oder hormonelle Veränderungen, und äußeren (exogenen) Faktoren, wie beispielsweise eine falsche Haltung und Fehlbelastungen der Wirbelsäule.

Meist treten erst im fortgeschrittenen Stadium von Morbus Scheuermann Symptome, besonders Schmerzen, auf; Betroffene mit einem Flachrücken können jedoch schon in der Pubertät ausgeprägte Beschwerden entwickeln. Der Verdacht auf die Scheuermann-Krankheit entsteht hauptsächlich aufgrund der Ausbildung eines Rundrückens oder scheinbar grundloser starker Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule bei Jugendlichen. Diagnostizieren lässt sich der Morbus Scheuermann anhand einer ärztlichen Untersuchung sowie über eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule.

Die bei Morbus Scheuermann wirksame Therapie reicht von krankengymnastischen Übungen über die Anwendung von Stützkorsetts bis hin zur Operation, die allerdings selten zur Behandlung nötig ist. Die Prognose des Morbus Scheuermann ist insgesamt gut; Spätfolgen in Form vermehrter Rückenschmerzen oder gar einer Beeinträchtigung der Lungenfunktion treten nur bei stark ausgeprägten Wirbelsäulenverkrümmungen auf.

Weiterlesen: Morbus Scheuermann: Definition

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