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Bandscheibenvorfall

Auflösung des Bandscheibenkerns (Chemonukleolyse)

Stand: 26. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei der Auflösung des Bandscheibenkerns (Chemonukleolyse) führt der Operateur eine Kanüle in den betroffenen Raum zwischen zwei Wirbeln (Bandscheibenfach) vom Rücken her ein und spritzt ein Enzym (Chymopapain). Das Enzym verflüssigt den Gallertkern auf chemischem Wege – nach einer gewissen Wartezeit saugt der Arzt die verflüssigte Kernmasse über die Kanüle ab. Das Enzym darf nicht in die Umgebung der Bandscheibe gelangen – dieser Eingriff kommt also nur dann infrage, wenn der Faserring noch intakt ist. Da es schwer ist, dies genau zu beurteilen, setzen Mediziner diese Methode bei Bandscheibenvorfällen eher zurückhaltend ein.

Laserabtragung

Auch die Laserabtragung ist nur für unkomplizierte, frische Bandscheibenvorfälle geeignet. Sie beruht auf dem Prinzip der Volumenreduktion in der Bandscheibe. Die Bandscheibe wird dabei mit einem medizinischen Laser, der Licht im infraroten Bereich aussendet, abgetragen. Dieses Licht gelangt über Glasfasertechnik ins Operationsfeld.

Dazu sticht der Arzt eine Kanüle in den betroffenen Bereich zwischen den Wirbeln und kontrolliert die Lage der Kanülenspitze mittels Computertomographie. Durch die Kanüle führt er die Glasfaser des Lasers ein und verdampft den Gallertkern durch einzelne Lichtblitze. Indem er die Glasfaser bewegt, kann er langsam eine größere Bandscheibenfläche abtragen. Der Eingriff findet unter lokaler Betäubung statt und dauert etwa 30 Minuten. Der Betroffene muss eine gewisse Beobachtungszeit einhalten und kann das Krankenhaus danach rasch wieder verlassen.

Entfernung von Bandscheibenmaterial durch die Haut (Perkutane Nukleotomie)

Die perkutane Nukleotomie eignet sich bei unkomplizierten Bandscheibenvorfällen oder -vorwölbungen, die auch nach vier Wochen konservativer Therapie weiter Beschwerden verursachen. Eine besonders gute Heilungschance haben dabei Personen, bei denen die Rückenschmerzen in die Beine ausstrahlen und bei denen sich die Beschwerden auf bestimmte Nerven zurückführen lassen.

Unter Computertomographie-Kontrolle führt der Operateur dazu eine Kanüle ein und schiebt diese bis ins Bandscheibenfach vor. Danach saugt er den Gallertkern durch einen perkutanen Punktionszugang, also durch die Haut hindurch, mit einem Sauggerät teilweise ab. Auf diese Weise lassen sich insgesamt ein bis fünf Gramm Bandscheibenmaterial abtragen. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten.

Weiterlesen: Bandscheibenvorfall: Therapie – Minimalinvasive Verfahren

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