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Stand: 26. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einem Bandscheibenvorfall erfolgt meist eine konservative Therapie für den Zeitraum von vier bis sechs Wochen. Dazu gehören Ruhe, Schmerztherapie und eine Umstellung der Lebensweise. Im akuten Stadium sollte die Wirbelsäule ruhig gestellt und entlastet werden. Je nach dem auf welcher Höhe der Wirbelsäule ein Bandscheibenvorfall vorliegt, eignet sich hierzu ein Stufenbett oder eine Halsmanschette. Eine länger anhaltende Bettruhe muss der Betroffene jedoch nicht einhalten.
Schmerzmittel und Präparate zur Muskelentspannung können die Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall lindern. Sie dienen auch dazu, den Schmerzkreislauf zu unterbrechen. Dieser entsteht dadurch, dass sich die benachbarten Muskeln als Reaktion auf den Schmerz verkrampfen. Diese Muskelverspannungen führen ihrerseits aber zu einer Schmerzverstärkung. Da Nebenwirkungen auftreten können, sollten Betroffene Schmerzmittel ohne ärztlichen Rat nicht über einen längeren Zeitraum einnehmen. Physiotherapeutische Maßnahmen ergänzen die Therapie – sie zielen vorwiegend darauf ab, die Rückenmuskulatur zu kräftigen.
| Bei einem Bandscheibenvorfall ordnet der Arzt nicht zwingend gleich eine Operation an: Es besteht immer eine Chance, dass der Bandscheibenvorfall von selbst heilt – 90 Prozent aller Bandscheibenvorfälle sind konservativ, also ohne chirurgischen Eingriff behandelbar. |
Nur bei Nervenschädigungen ist ein operativer Eingriff notwendig. Dann entfernt der Arzt einen Teil des Bandscheibenmaterials. Minimalinvasive Verfahren, auch "Schlüssellochchirurgie" genannt, gewinnen hierbei eine zunehmende Bedeutung. Diese gewebeschonenden Operationen können ambulant erfolgen und die Erkrankung hat einen kurzen Heilungsverlauf.
Operationsbedürftig sind zudem häufig auftretende Bandscheibenvorfälle in der Lendenwirbelsäule mit Blasen- und Mastdarmstörungen und Quetschungen des Nervenkanals in den Halswirbeln. Auch bei einem seitlichen (lateralen) Bandscheibenvorfall mit schwerer Lähmung ist eine Operation ratsam. Lässt der Schmerz nach mehrwöchiger konservativer Therapie nicht nach und kehren die Vorfälle häufig wieder, ist eine Operation meist unumgänglich. Nach einer Operation kann es im ungünstigen Falle zu einem erneuten Bandscheibenvorfall oder zu wucherndem Narbengewebe kommen, das wiederum auf die Rückenmarksnerven drücken kann.
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