Rotavirus-Infektion

Ernährungsempfehlungen für Kinder

Stand: 25. August 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Für Kinder mit akuter Durchfallerkrankung empfehlen Fachleute Folgendes:

  • Stillende Mütter können ihre Säuglinge zwischen dem Füttern der oralen Rehydratationslösung (Elektrolytlösung) anlegen.
  • In der Zeit während oder kurz nach dem Durchfall sollten gestillte Säuglinge nicht auf Säuglingsmilch oder Spezialnahrung umgesetzt werden, da dies Nahrungsmittelunverträglichkeiten provozieren kann.
  • Nicht gestillte Säuglinge können ihre gewohnte Säuglingsmilchnahrung unverdünnt über viele kleine Mahlzeiten verteilt einnehmen.
  • Säuglinge, die eine hypoallergene Säuglingsmilch (HA-Nahrung) erhalten, sollen keine andere Säuglingsmilch auf Kuhmilch- oder Sojabasis erhalten.
  • Säuglinge, die schon vor einer Rotavirus-Infektion Beikost erhielten, können diese auch während oder nach der Erkankung wieder erhalten.
  • Es ist nicht nötig, das Kind auf eine spezielle Nahrung umzustellen, z.B. eine sog. Heilnahrung mit geringerem Milchzucker- (Lactose) und/oder Fettgehalt oder Milchnahrungen auf Basis von Sojaeiweiß oder mit hydrolysiertem Eiweiß.
  • Kleinkinder erhalten eine für ihr Alter angemessene Kost, z.B. Brot mit Aufstrich, Nudel-, Kartoffel- oder Reisgerichte, Hafer- oder Grießbrei oder Suppen (Kartoffelsuppe, Möhrensuppe).
  • Kinder, die nicht erbrechen, können zunehmend Speisen mit normalem Fettgehalt essen.
  • Nicht empfehlenswert sind Säfte mit hohem Zuckeranteil (Fruchtzucker, Rohrzucker), wie etwa Apfelsaft, oder Säfte mit hohem Anteil am Zuckeraustauschstoff Sorbit. Auch sehr süße Speisen sollten gemieden werden.

Erwachsene

Eine Rotavirus-Infektion verläuft bei ansonsten gesunden Erwachsenen auch ohne spezielle Therapie häufig unproblematisch – die Symptome bessern sich von selbst wieder und der Körper überwindet den Brechdurchfall ohne Medikamente. Erwachsenen mit Rotavirus-Infektion, die nur unter leichtem Durchfall und Erbrechen leiden, schadet das Hausmittel "Cola und Salzstangen" als Therapie zwar nicht unbedingt – empfohlen wird es aber auch nicht. Neben dem in Salzstangen enthaltenen Natrium braucht der Körper auch Kalium. Daher sollte man zusätzlich Bananen essen, sie sind kaliumreich.

Erwachsene müssen ebenso wie Kinder darauf achten, ausreichend zu trinken, zum Beispiel Mineralwässer oder ungesüßte Kräutertees. In schwereren Fällen können sie sich Elektrolyt-Präparate aus der Apotheke besorgen (Wirkstoff Dinatriumhydrogencitrat).

Weiterlesen: Rotavirus-Infektion (Rotavirus-Gastroenteritis): Verlauf

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