Rotavirus-Infektion : Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. Februar 2016)

Bei einer Rotavirus-Infektion (Rotavirus-Gastroenteritis) besteht die Therapie darin, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, der durch Durchfall und Erbrechen entsteht. Insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder kann eine Rotavirus-Infektion gefährlich sein, da sie leicht einen Flüssigkeitsmangel erleiden. Ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte helfen, den Verlust auszugleichen und schützen vor einer Austrocknung (Dehydratation).

In der Regel können Erwachsene den Flüssigkeitsverlust durch ausreichendes Trinken kompensieren. Wenn jedoch ein Kind die Flüssigkeit nicht bei sich behält oder es nicht trinken will, kann eine Infusion notwendig sein, die im Krankenhaus erfolgt. Mittel gegen Viren (Virostatika) werden nicht verabreicht, Antibiotika (Mittel gegen Bakterien) helfen bei Virusinfektionen wie der Rotavirus-Gastroenteritis nicht.

Cola-Getränke eignen sich nicht für an einer Rotavirus-Infektion erkrankte Säuglinge und Kleinkinder als Therapie. Dies hat folgenden Grund: Cola enthält sehr viel Zucker, der mitunter die bei Durchfall ohnehin schon gesteigerte Wasserabgabe aus dem Körper ins Darminnere fördert. Außerdem verstärkt das in der Cola enthaltene Koffein den bereits wegen des Brechdurchfalls bestehenden Kaliumverlust.

Verläuft eine Rotavirus-Infektion bei Kindern leicht, sollten sie mehr trinken als sonst, je nach Alter und vorheriger Kost Muttermilch, Säuglingsnahrung, ungesüßter Kräutertee oder Wasser. Soweit es möglich ist, sollte das Kind außerdem normal gestillt werden oder essen – es ist nicht nötig auf eine spezielle "Schon- oder Aufbaukost" umzustellen oder längere Nahrungspausen einzulegen.

Ein drohender oder bestehender Wassermangel ("Austrocknung", Dehydratation), muss durch spezielle Elektrolylösungen ausgeglichen werden. Je nachdem , wie alt das Kind ist, können sie von den Eltern gefüttert werden oder das Kind trinkt sie selber. Zuhause hergestellte Mischungen aus Saft, Salz, Zucker und Wasser sind nicht empfehlenswert.

Ernährungsempfehlungen für Kinder

Für Kinder mit akuter Durchfallerkrankung empfehlen Fachleute Folgendes:

  • Stillende Mütter können ihre Säuglinge zwischen dem Füttern der oralen Rehydratationslösung (Elektrolytlösung) anlegen.
  • In der Zeit während oder kurz nach dem Durchfall sollten gestillte Säuglinge nicht auf Säuglingsmilch oder Spezialnahrung umgesetzt werden, da dies Nahrungsmittelunverträglichkeiten provozieren kann.
  • Nicht gestillte Säuglinge können ihre gewohnte Säuglingsmilchnahrung unverdünnt über viele kleine Mahlzeiten verteilt einnehmen.
  • Säuglinge, die eine hypoallergene Säuglingsmilch (HA-Nahrung) erhalten, sollen keine andere Säuglingsmilch auf Kuhmilch- oder Sojabasis erhalten.
  • Säuglinge, die schon vor einer Rotavirus-Infektion Beikost erhielten, können diese auch während oder nach der Erkrankung wieder erhalten.
  • Es ist nicht nötig, das Kind auf eine spezielle Nahrung umzustellen, z.B. eine sog. Heilnahrung mit geringerem Milchzucker- (Laktose) und/oder Fettgehalt oder Milchnahrungen auf Basis von Sojaeiweiß oder mit hydrolysiertem Eiweiß.
  • Kleinkinder erhalten eine für ihr Alter angemessene Kost, z.B. Brot mit Aufstrich, Nudel-, Kartoffel- oder Reisgerichte, Hafer- oder Grießbrei oder Suppen (Kartoffelsuppe, Möhrensuppe).
  • Kinder, die nicht erbrechen, können zunehmend Speisen mit normalem Fettgehalt essen.
  • Nicht empfehlenswert sind Säfte mit hohem Zuckeranteil (Fruchtzucker, Rohrzucker), wie etwa Apfelsaft, oder Säfte mit hohem Anteil am Zuckeraustauschstoff Sorbit. Auch sehr süße Speisen sollten gemieden werden.

Erwachsene

Eine Rotavirus-Infektion verläuft bei ansonsten gesunden Erwachsenen auch ohne spezielle Therapie häufig unproblematisch – die Symptome bessern sich von selbst wieder und der Körper überwindet den Brechdurchfall ohne Medikamente. Erwachsenen mit Rotavirus-Infektion, die nur unter leichtem Durchfall und Erbrechen leiden, schadet das Hausmittel "Cola und Salzstangen" als Therapie zwar nicht unbedingt – empfohlen wird es aber auch nicht. Neben dem in Salzstangen enthaltenen Natrium braucht der Körper auch Kalium. Daher sollte man zusätzlich Bananen essen, sie sind kaliumreich.

Erwachsene müssen ebenso wie Kinder darauf achten, ausreichend zu trinken, zum Beispiel Mineralwässer oder ungesüßte Kräutertees. In schwereren Fällen können sie sich Elektrolyt-Präparate aus der Apotheke besorgen (Wirkstoff Dinatriumhydrogencitrat).


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