Rotatoren­manschetten­ruptur (Rotatoren­manschettenriss): Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. Juni 2016)

Es gibt sehr unterschiedliche Ausprägungen einer Rotatorenmanschettenruptur. Daher lässt sich der Verlauf der Krankheit nicht allgemeingültig vorhersagen. Erfolgt – wenn es medizinisch zweckmäßig ist – frühzeitig eine Operation und machen Sie hinterher regelmäßig Ihre Übungen, besteht für eine Rotatorenmanschettenruptur eine gute Prognose: Bei den meisten Patienten ist die Schulter nach einer Weile wieder voll funktionstüchtig.

In vielen Fällen einer Rotatorenmanschettenruptur zeigt sich erst im Verlauf der Nachbehandlung und den folgenden Monaten, inwiefern die Schmerzen tatsächlich abgenommen haben, wie beweglich der Arm ist und wie kräftig die Muskeln sind. Das Ergebnis hängt stark davon ab, wie konsequent die Physiotherapie durchgeführt wird. Nicht selten lässt die Kraft in Arm und Schulter im Vergleich zum Zustand vor dem Riss etwas nach.

Sportler müssen sich darauf einstellen, dass sie ihrer Disziplin erst etwa ein halbes Jahr nach der Rotatorenmanschettenruptur wieder im gewohnten Ausmaß nachgehen können. Dies gilt ebenso, wenn Sie beruflich körperlich schwer arbeiten und dabei Ihre Arme einsetzen. Auch in diesem Fall müssen Sie circa sechs Monate warten, bis Ihre Schulter den Belastungen wieder Stand halten kann.

Der individuelle Verlauf kann von dieser Zeitangabe abweichen – besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welches Vorgehen und welcher zeitliche Ablauf für Sie realistisch sind.

Komplikationen

Ein unbehandelter Riss der Rotatorenmanschette kann je nach Ausmaß der Verletzung zu Komplikationen führen, etwa einer Arthrose (Gelenkverschleiß) des Schultergelenks. Ärzte sprechen in diesem Fall von einer Defektarthropathie (griechisch arthros = Gelenk, pathie = Krankheit). Auch eine Schultersteife (sog. Frozen Shoulder) mit nicht rückgängig zu machender Einschränkung der Beweglichkeit kann die Folge sein.

Wenn – wie in den meisten Fällen – eine verschleißbedingte Rotatorenmanschettenruptur vorliegt, besteht die Gefahr, dass die Sehnen zu einem späteren Zeitpunkt wieder reißen. Die Wahrscheinlichkeit für eine solche erneute Ruptur steigt mit der Größe des Vorschadens: Bei sehr ausgeprägtem Schaden beträgt die Häufigkeit eines wiederholten Einreißens bis zu 70 Prozent. Betrachtet man verschiedene Schweregrade, reißen im Mittel bei jedem vierten Betroffenen im weiteren Leben eine oder mehrere Sehnen der Rotatorenmanschette erneut.

Vorbeugen

Einer Rotatorenmanschettenruptur (Rotatorenmanschettenriss) können Sie nur bedingt vorbeugen. Ein Risiko geht von Tätigkeiten aus, die über lange Zeit immer wieder erfolgen und bei denen die Arme über Kopf gehalten werden, wie es bei bestimmten sogenannten Überkopfsportarten (z. B. Handball, Tennis) und Berufen (z.B. Maler und Lackierer) der Fall ist.

Die Sehnen der Rotatorenmanschette werden bei solchen Überkopfbewegungen bei entsprechender Veranlagung geschädigt. Wer einer Rotatorenmanschettenruptur vorbeugen möchte, kann also versuchen, auf solche Bewegungen zu verzichten – beruflich wie privat. Dies stellt sich natürlich bei einem einmal ergriffenen Beruf als sehr schwierig dar.

Hobbysportler, die von einer Rotatorenmanschettenruptur betroffen sind, sollten sich möglichst für eine andere Disziplin entscheiden, die die Schultern und Arme weniger belastet. So können sie verhindern, dass die Verletzung wieder auftritt.


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