Rotatoren­manschetten­ruptur (Rotatoren­manschettenriss): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. Juni 2016)

Bei einer Rotatorenmanschettenruptur (Rotatorenmanschettenriss) stellt der Arzt die Diagnose unter anderem anhand der typischen Schulterschmerzen und der geschwächten Muskulatur. Hierzu befragt er den Betroffenen zuerst nach der Art der Beschwerden, wie lange sie schon bestehen und in welchen Situationen sie auftreten. In der körperlichen Untersuchung stellt er fest, ob die Muskelkraft verringert ist und bei welchen Bewegungen und in welchen Positionen der Patient über Schmerzen klagt.

Hierzu nutzt der Arzt eine Reihe unterschiedlicher klinischer Tests, sogenannte Impingementtests.

Beispiele sind die nach ihren "Erfindern" benannten Tests nach

Sie alle dienen dazu, bestimmte Bewegungsabläufe zu testen und damit einhergehende Auffälligkeiten wie Schmerzen oder eine Muskelschwäche nachzuweisen, die auf eine Rotatorenmanschettenruptur schließen lassen. Die Diagnose wird immer wahrscheinlicher, wenn die Tests positiv sind, also auf krankhafte Veränderungen hindeuten.

Ein weiterer Test kann vor allem einen ausgedehnten Riss nachweisen: der drop-arm-Test (engl. drop = fallen) beziehungsweise das drop-arm-Zeichen. Hierbei hebt der Arzt den Arm des Patienten bis etwa 90 Grad an und bittet den Betroffenen, seinen Arm nun aus eigener Kraft gegen die Schwerkraft zu halten. Besteht eine ausgeprägte Ruptur, gelingt das nicht und der Arm "fällt einfach herunter".

Ergänzend zu diesen Untersuchungen kann der Arzt bei Verdacht auf eine Rotatorenmanschettenruptur zur exakten Diagnose auf bildgebende Verfahren wie

zurückgreifen. Sie zeigen jeweils typische Befunde, die die Diagnose festigen können.

Im Ultraschall erkennt der Arzt einen Rotatorenmanschettenriss anhand einer Unterbrechung der Sehne oder – bei einem Riss der gesamten Manschette – an dem Fehlen der Manschette über dem Oberarmkopf (sog. Humeruskopfglatze). Auch ein Erguss unter dem Schulterdach wäre sichtbar.

Röntgenbild einer menschlichen Schulter. © Jupiterimages/Hemera

Röntgenbild der Schulter

Eine Röntgenuntersuchung kann zwar die Rotatorenmanschette nicht direkt darstellen – es ergeben sich bei einem Riss aber in manchen Fällen Hinweise auf mögliche Ursachen. In der Regel erfolgen drei Aufnahmen aus verschiedenen Positionen. Es kann eine ausgeprägte anatomische Enge unter dem Schulterdach (Akromion) sichtbar sein; mögliche Ursache wäre ein Knochensporn, der die Sehnen über längere Zeit geschädigt hat, oder ein abnorm geformtes Akromion.

Der Oberarmkopf kann im Falle eines ausgeprägten Rotatorenmanschettenrisses nach oben verrückt sein ("hoch stehen"), da ihn die Muskeln durch die Ruptur nicht mehr in der Gelenkpfanne des Schulterblattes halten können.

Mittels Kernspintomographie lässt sich eine Rotatorenmanschettenruptur direkt feststellen und das genaue Ausmaß der Verletzung (teilweiser oder vollständiger Riss) zeigt sich deutlich. Auch ein Erguss kann im MRT auffallen.


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