Rinderbandwurm-Infektion: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. Dezember 2014)

Bandwürmer sind Parasiten und gehören zur Gruppe der Plattwürmer. Sie leben im Darm ihrer Endwirte und können dort von wenigen Millimetern bis zu mehrere Meter lang werden. Der Entwicklungszyklus der Bandwürmer ist durch Wirtswechsel geprägt. Dabei orientiert sich die Namensgebung des Wurms an seinem ersten Wirt: So ist der Zwischenwirt des Rinderbandwurms das Rind, der des Fischbandwurms der Fisch. Beim Rinderbandwurm, welcher weltweit verbreitet ist, ist der Mensch der Endwirt. Rinderbandwurm-Infektionen sind auch in Mitteleuropa von Bedeutung – in Deutschland ist der Rinderbandwurm der häufigste Bandwurm beim Menschen. Durch die Fleischbeschau – eine Kontrolle des Fleisches durch einen Veterinär – treten sie hier aber seltener auf als etwa in Ostafrika.

Rinderbandwürmer haben an ihrem Kopf vier starke Saugnäpfe, mit denen sie sich an die menschliche Dünndarmwand heften. An den Kopf schließen sich die Bandwurmglieder an, die als Proglottiden bezeichnet werden. Diese Bandwurmglieder enthalten sowohl männliche als auch weibliche Keimdrüsen – Bandwürmer sind also Zwitter und können sich selbst befruchten. Die Eier reifen nach der Befruchtung im Wurm heran. Bandwurmglieder, die reife Eier enthalten, lösen sich vom Wurm ab und werden mit dem Kot ausgeschieden.

Diese Eier werden von dem Zwischenwirt Rind aufgenommen. Aber wie? Im typischen Fall gelangen menschliche Fäkalien in die freie Natur. Besonders leicht verbreiten sich Bandwürmer, wenn ungeklärte Abwässer als Dünger auf Felder und Weiden aufgebracht oder anderweitig abgeleitet werden, wo Rinder weiden. Auch kann Regen die Eier aus verseuchtem Boden auswaschen und auf benachbarte Weiden verbreiten.

Im Darm des Zwischenwirts schlüpfen dann Larven des Rinderbandwurms aus den Eiern. Die Larven durchbohren die Darmwand und werden mit dem Blutkreislauf im Körper verteilt. Im Zielorgan, der gut durchbluteten Muskulatur, setzen sie sich fest. Dort bilden sie eine sogenannte Finne aus. Durch den Verzehr von finnenhaltigem Rindfleisch infiziert sich der Mensch mit dem Bandwurm. Im menschlichen Darm entwickelt sich aus der Finne der geschlechtsreife Wurm und der Entwicklungszyklus beginnt von vorne.


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