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Rheumatische Endokarditis

Stand: 28. November 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die rheumatische Endokarditis ist eine nach einer Infektion mit bestimmten Bakterien (sog. A-Streptokokken) entstandene Entzündung der Herzinnenhaut. Entsprechend bezeichnet man sie auch als postinfektiöse Endokarditis (lat. post = nach). In Deutschland ist sie dank der Behandlungsmöglichkeiten von Streptokokken-Infektionen selten.

Die rheumatische Endokarditis ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern nur ein Symptom für das sogenannte rheumatische Fieber, das als Spätreaktion auf Streptokokken-Infektionen (wie Mandelentzündung, Rachenentzündung oder Mittelohrentzündung) auftreten kann. Da Mandelentzündungen bei 5- bis 15-Jährigen vermehrt auftreten, entwickelt sich die rheumatische Endokarditis am häufigsten in dieser Altersklasse.

Es vergehen ungefähr 10 bis 20 Tage, bis nach der ursächlichen Streptokokken-Infektion ein rheumatisches Fieber ausbricht. Neben der rheumatischen Endokarditis kann rheumatisches Fieber folgende weitere Symptome verursachen: hohes Fieber, allgemeine Krankheitszeichen, eine akute Entzündung der großen und später kleineren Gelenke (sog. Polyarthritis), die von Gelenk zu Gelenk wandert, sowie Hautveränderungen. Wichtigste Symptome für die rheumatische Endokarditis selbst sind: ein beschleunigter Herzschlag (Tachykardie) und veränderte Herzgeräusche. Möglich sind außerdem Herzrhythmusstörungen und Schmerzen in der Herzgegend. Wenn sich eine rheumatische Endokarditis entwickelt, betrifft sie in 80 Prozent der Fälle die Mitralklappe, in 20 Prozent die Aortenklappe des Herzens. Dabei verursacht die Herzinnenhautentzündung zunächst geringe Beschwerden.

Da die rheumatische Endokarditis zu Komplikationen (v.a. Fehlfunktionen der Herzklappen) führen kann, ist eine schnelle Diagnose und Behandlung besonders wichtig. Der Verdacht auf eine rheumatische Herzinnenhautentzündung ergibt sich aus einem zeitlichen Zusammenhang zwischen einer bakteriellen Infektion und den Anzeichen für rheumatisches Fieber. Die gegen eine rheumatische Endokarditis eingesetzte Therapie besteht aus Antibiotika und entzündungshemmenden Medikamenten. Die Prognose hängt in erster Linie davon ab, wie stark das Herz am rheumatischen Fieber beteiligt ist. Als Komplikation können die durch eine rheumatische Endokarditis entstehenden narbigen Veränderungen der Herzklappen zur Verminderung der Herzfunktion führen.

Weiterlesen: Rheumatische Endokarditis: Definition

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