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Gelenkpunktion

Anwendungsgebiete

Stand: 28. Juli 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Für eine Gelenkpunktion sind Erkrankungen, die zu einem Gelenkerguss führen, typische Anwendungsgebiete. Flüssigkeitsansammlungen im Gelenk entstehen in den meisten Fällen aufgrund einer frischen Verletzung wie etwa bei Meniskus- oder Knorpelschäden. Aber auch bestimmte Erkrankungen wie Infektionen, Rheuma, Gicht oder Arthrose können zu Gelenkergüssen führen.

Nutzt man eine Gelenkpunktion als diagnostische Methode, unterscheiden sich die Anwendungsgebiete von denen der therapeutischen Methode.

Diagnostische Gelenkpunktion

Die diagnostische Gelenkpunktion hilft, die Ursache für eine Gelenkschwellung oder für einen Gelenkerguss zu ermitteln. Mithilfe der Gelenkpunktion erkennt der Arzt, ob im Gelenk eine Blutung oder eine Entzündung vorhanden ist. Veränderungen in der entnommenen Flüssigkeit – dem Punktat – weisen auf unterschiedliche Ursachen hin:

Punktat mögliche Ursache
klar und zähflüssig gesundes Gelenk
Blutspuren Kapsel-Band-Verletzungen
Blut mit Fettaugen Verletzung mit Knochenbeteiligung
serös, aus Serum (farblose Flüssigkeit) Meniskus- oder Knorpelschaden
trüb-dünnflüssig rheumatische Erkrankung
trüb-gelblich eitrige Gelenkinfektion
himbeerfarben Gelenkerkrankung (Arthropathie) bei Lues (Syphilis)

Therapeutische Gelenkpunktion

Die therapeutische Gelenkpunktion wird vor allem bei ausgeprägten Gelenkergüssen durchgeführt, um das Gelenk zu entlasten und den Schmerz schnell zu lindern. Von besonderer Bedeutung ist die Punktion bei einem Bluterguss im Gelenk. In diesem Fall punktiert der Arzt möglichst viel Blut ab, da es Schäden am Knorpel verursachen und zu einer Entzündungsreaktion im Gelenk führen kann.

Liegt eine Gelenkentzündung vor, ist es nicht sinnvoll, diese ausschließlich durch wiederkehrende Punktionen zu behandeln. Der positive Effekt einer Entlastungspunktion ist dabei zu kurz. Stattdessen spritzt der Arzt in diesem Fall Kortison in das Gelenk, was in den meisten Fällen die Entzündung schnell lindert. Eine Kortisoninjektion sollte allerdings nur dann durchgeführt werden, wenn keine Infektion – wie etwa eine bakterielle Arthritis – vorliegt.

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