Startseite > Krankheiten > Rheuma > Polymyalgia rheumatica
Stand: 16. Januar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die Polymyalgia rheumatica (PMR, kurz: Polymyalgie) ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, bei der es zu reißenden Muskelschmerzen kommt – vor allem im Schultergürtel, im Nacken, in den Oberarmen, im Beckengürtel und in den Oberschenkeln.
Typischerweise treten diese Schmerzen bei der Polymyalgia rheumatica beidseitig auf und sind nachts beziehungsweise morgens am stärksten. Die betroffenen Muskeln sind vor allem am Morgen steif und unbeweglich. Weitere mögliche Polymyalgie-Symptome sind zum Beispiel:
Meistens tritt die Polymyalgia rheumatica nach dem 65. Lebensjahr auf. Die entzündlich-rheumatische Krankheit ist eine Autoimmunerkrankung, was bedeutet: Das Immunsystem der Betroffenen ist fehlgesteuert und richtet sich gegen den Körper selbst. Die genauen Ursachen hierfür sind unbekannt. Oft entzünden sich bei der Polymyalgia rheumatica größere Blutgefäße; jeder zweite Mensch mit Polymyalgie hat gleichzeitig eine Gefäßentzündung (Vaskulitis) der Schläfenarterie oder anderer Gefäße des Kopfs (sog. Arteriitis temporalis).
Um festzustellen, ob eine Polymyalgia rheumatica für Muskelschmerzen verantwortlich ist, sind eine Blutuntersuchung und die Gabe von Kortison hilfreich: Steckt eine Polymyalgia rheumatica hinter den Beschwerden, sprechen die Betroffenen sofort auf die Medikamente an. Eventuell kann eine Gefäß- beziehungsweise Muskelgewebeprobe (Biopsie) zur Diagnose beitragen.
Zur Polymyalgie-Therapie kommen vor allem Kortisonpräparate zum Einsatz: Sie lindern die Beschwerden schnell und wirkungsvoll. Damit ist die Behandlung aber nicht beendet: Insgesamt ist mit einer Behandlungsdauer von mindestens einem Jahr zu rechnen. Wie hoch dosiert das Kortison dabei sein muss, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Um mögliche Nebenwirkungen der Kortisonbehandlung (wie Osteoporose) zu vermeiden, ist es ratsam, zusätzlich Kalzium und Vitamin D aufzunehmen. Ergänzend bieten sich bei der Polymyalgia rheumatica außerdem sogenannte Immunsuppressiva an, also Medikamente, welche die Immunabwehr des Körpers vermindern.
| Rechtzeitig erkannt und angemessen behandelt hat die Polymyalgia rheumatica eine günstige Prognose. |
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