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Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Stand: 31. Juli 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Systemischer Lupus erythematodes (SLE) ist eine seltene chronisch-entzündliche Bindegewebserkrankung (sog. Kollagenose), die sich auf den gesamten Körper auswirken kann. Frauen sind zehnmal häufiger betroffen als Männer.

Systemischer Lupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung: Die Krankheit ist gekennzeichnet durch aus ungeklärter Ursache entstehende Abwehrreaktionen des Immunsystems gegen Elemente der eigene Körperzellen. Das Immunsystem erkennt körpereigenes Gewebe fälschlicherweise als fremd an und bekämpft es, indem es Antikörper dagegen bildet (sog. Autoantikörper). In der Folge kommt es bei SLE zu Entzündungen in verschiedenen Organen, wobei vorwiegend Blutgefäße der Haut, Nieren und Gelenke betroffen sind.

Ein systemischer Lupus erythematodes äußert sich durch vielfältige Symptome. Typisch für die Erkrankung ist eine schmetterlingsförmige Rötung (Erythem) des Gesichts, die bei Sonnenbestrahlung stärker ausgeprägt ist. Daneben kommt es bei SLE zu Gelenkschmerzen, Durchblutungsstörungen der Finger, Organbeteiligungen und allgemeinen Krankheitssymptomen. Der systemische Lupus erythematodes verläuft chronisch über Jahre anhaltend.

Beim systemischen Lupus erythematodes gelingt die Diagnose anhand der vorhandenen Beschwerden und durch die Bestimmung der typischen Autoantikörper im Blut. Außerdem kann eine feingewebliche Untersuchung einer Haut- und gegebenenfalls Nierenprobe dabei helfen, festzustellen, ob ein systemischer Lupus erythematodes vorliegt. Wichtig für die SLE-Diagnose ist, dass mehrere typische Krankheitszeichen gleichzeitig auftreten.

Ein systemischer Lupus erythematodes macht eine engmaschige gezielte Therapie notwendig. Die SLE-Therapie zielt grundsätzlich darauf ab, die Abwehrreaktion des Körpers zu unterdrücken (sog. Immunsuppression) und die Beschwerden zu lindern. Unterstützend kommen beispielsweise blutdrucksenkende Medikamente oder Schmerzmittel zum Einsatz. Außerdem ist es beim systemischen Lupus erythematodes empfehlenswert, übermäßige UV-Einstrahlung zu vermeiden. Völlig heilbar ist ein systemischer Lupus erythematodes so nicht, doch dank der zur Verfügung stehenden Medikamente beträgt die Überlebensrate heutzutage bis zu 90 Prozent nach zehn Jahren. Die Prognose verschlechtert sich, wenn der systemische Lupus erythematodes oder dessen Behandlung zu Komplikationen führt.

Weiterlesen: Lupus erythematodes: Definition

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