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Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Stand: 15. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Systemischer Lupus erythematodes (SLE) ist eine seltene chronisch-entzündliche Bindegewebserkrankung (sog. Kollagenose), die sich auf auf den gesamten Körper auswirken kann und vorwiegend bei Frauen auftritt: Sie sind zehnmal häufiger betroffen als Männer.

Systemischer Lupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung: Die Krankheit ist gekennzeichnet durch aus ungeklärter Ursache entstehende Abwehrreaktionen des Immunsystems gegen Elemente der eigene Körperzellen. Das Immunsystem erkennt körpereigenes Gewebe fälschlicherweise als fremd an und bekämpft es, indem es Antikörper dagegen bildet (sog. Autoantikörper). In der Folge kommt es bei SLE zu Entzündungen in verschiedenen Organen, wobei vorwiegend Blutgefäße der Haut, Nieren und Gelenke betroffen sind.

Ein systemischer Lupus erythematodes äußert sich durch vielfältige Symptome. Typisch für die Erkrankung ist eine schmetterlingsförmige Rötung (Erythem) des Gesichts, die bei Sonnenbestrahlung stärker ausgeprägt ist. Daneben kommt es bei SLE zu Gelenkschmerzen, Durchblutungsstörungen der Finger, Organbeteiligungen und allgemeinen Krankheitssymptomen.

Ob ein systemischer Lupus erythematodes vorliegt, lässt sich anhand der vorhandenen Beschwerden und durch die Bestimmung der vom Immunsystem gegen die körpereigenen Strukturen gebildeten Antikörper im Blut (sog. Autoantikörper) feststellen. Außerdem umfasst die Diagnostik eine feingewebliche Untersuchung einer Haut- und gegebenenfalls Nierenprobe. Wichtig für die Diagnose der Autoimmunkrankheit ist, dass mehrere typische Krankheitszeichen gleichzeitig auftreten.

Systemischer Lupus erythematodes verläuft chronisch über Jahre anhaltend und macht eine engmaschige gezielte Therapie notwendig. Die Behandlung von SLE zielt grundsätzlich darauf ab, die Abwehrreaktion des Körpers zu unterdrücken (sog. Immunsuppression) und die Beschwerden zu lindern. Unterstützend kommen beispielsweise die medikamentöse Senkung der Blutdrucks oder Schmerzmittel zum Einsatz. Außerdem ist es bei systemischem Lupus erythematodes empfehlenswert, übermäßige UV-Einstrahlung zu vermeiden. Völlig heilbar ist ein systemischer Lupus erythematodes so nicht, doch dank der zur Therapie verfügbaren Medikamente beträgt die Überlebensrate heutzutage bis zu 90 Prozent nach zehn Jahren. Die Prognose verschlechtert sich, wenn die Erkrankung oder deren Therapie zu Komplikationen führt.

Weiterlesen: Lupus erythematodes: Definition

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