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Stand: 29. November 2011Autor: Onmeda-Redaktion
2. Was ist eine Autoimmunkrankheit?
3. Was ist ein Autoantikörper?
Unter dem Begriff Rheuma wird eine ganze Gruppe rheumatischer Erkrankungen zusammengefasst. Rheumatischen Erkrankungen liegen genetische Faktoren oder Defekte im Immunsystem zugrunde. Als Rheuma wird häufig auch die rheumatoide Arthritis bezeichnet. Diese Autoimmunkrankheit ist die häufigste rheumatische Erkrankung. Unter dem Begriff Rheuma wird eine ganze Gruppe rheumatischer Erkrankungen zusammengefasst. Rheumatischen Erkrankungen liegen genetische Faktoren oder Defekte im Immunsystem zugrunde. Als Rheuma wird häufig auch die rheumatoide Arthritis bezeichnet. Diese Autoimmunkrankheit ist die häufigste rheumatische Erkrankung.
Bei Autoimmunkrankheiten richtet sich das Immunsystem gegen Teile des eigenen Körpers. Beispiel: Bei der rheumatoiden Arthritin erkennt das Immunsystem die Gelenkinnenhaut als Fremdkörper und greift sie an. In der Folge kommt es zu schwerwiegenden Entzündungsreaktionen, die im weiteren Verlauf das Gewebe und den Knochen zerstören können.
Wenn das Immunsystem auf Fremdkörper (z.B. Erreger) reagiert, bildet es Antikörper, die sich an die Fremdkörper anheften. Auf diese Weise markieren die Antikörper sie für sogenannte Fresszellen. Bei einer Autoimmunkrankheit werden Antikörper gegen körpereigenes Gewebe gebildet, sie heißen Autoantikörper.
B-Zellen oder B-Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Die B-Zellen können sich zu Plasmazellen oder Gedächtniszellen weiterentwickeln. In Form der Gedächtniszellen erinnern sie sich an bereits bekämpfte Fremdkörper, um bei einer erneuten Infektion schneller reagieren zu können.
Heute weiß man, dass B-Zellen auf unterschiedliche Arten eine Schlüsselrolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der rheumatoiden Arthritis spielen. Somit bieten Sie einen Angriffspunkt für moderne Therapiekonzepte.
B-Zellen können sich zu Plasmazellen weiterentwickeln. In dieser Form sind sie dafür verantwortlich, Antikörper beziehungsweise Autoantikörper zu bilden.
T-Zellen oder T-Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie entwickeln sich zu sogenannten Killerzellen, Helferzellen, Gedächtniszellen und regulatorischen T-Zellen. T-Zellen erkennen infizierte Körperzellen und leiten deren Zerstörung ein. In Form der Helferzellen halten sie andere Zellen des Immunsystems davon ab, körpereigenes Gewebe anzugreifen.
Als Rheumafaktor wird ein bestimmtes Eiweiß bezeichnet, das sich bei einigen rheumatischen Erkrankungen, jedoch nicht bei jedem Betroffenen, im Blut nachweisen lässt. Der Rheumafaktor sagt nichts über die Ursache der Erkrankung aus und gilt als recht unspezifisch.
Die Abkürzung APCA steht für "Antikörper gegen citrullinierte Proteine/Peptide". Finden sich APCA im Blut, weist dies auf eine rheumatiode Arthritis hin. Ein hoher Titer dient als Anhaltspunkt für den möglichen Krankheitsverlauf und das Risiko für eine Gelenkzerstörung. Beispiele für APCA sind zum Beispiel CCP- und MCV-Antikörper. CCP steht für cyclisch citrullinierte Peptide, MCV für mutiertes citrulliniertes Vimentin.
ACR steht für American College of Rheumatology und bezeichnet die wissenschaftliche Vereinigung der US-amerikanischen Rheumatologen. Ärzte ziehen die sogenannten ACR-Kriterien heran, um bei rheumatischen Erkrankungen eine Diagnose zu stellen und festzulegen, wie aktiv die Erkrankung im jeweiligen Fall ist. Die ACR-Kriterien von 1987 für die rheumatoide Arthritis umfassen folgende sieben Punkte:
Rheuma liegt laut dieser Klassifikation vor, wenn mindestens vier der sieben Kriterien erfüllt sind.
Mit den Werten ACR20, ACR50 und ACR70 werden jeweils die prozentualen Verbesserungen der rheumatischen Beschwerden angegeben (20, 50 oder 70 Prozent).
Im Jahr 2010 hat das ACR gemeinsam mit der EULAR (European League against Rheumatism) Klassifikationskriterien erstellt, die vor allem dabei helfen sollen, eine frühe theumatoide Arthritis zu erkennen. Dies ermöglicht es, früh mit einer Therapie zu beginnen, was wiederum den Verlauf der Krankheit günstig beeinflusst. Die vier Aspekte dieser Klassifikation sind:
DAS steht für Disease Activity Score und erfasst auf Grundlage von 28 Gelenken – daher DAS(28) – die Krankheitsaktivität einer rheumatoiden Arthritis. Der DAS wird heutzutage zunehmend anstelle der ACR-Kriterien eingesetzt. Die Skala des DAS reicht von 0 bis 10, wobei Null für die nicht vorhandene Krankheitsaktivität steht und zehn für die größte Aktivität. Der Wert errechnet sich aus der Zahl der schmerzhaften und geschwollenen Gelenke, dem Befinden des Patienten und einem Entzündungswert. Der DAS(28) dient dazu, zu beurteilen, wie gut eine Person auf die Behandlung anspricht.
EULAR steht für European League against Rheumatism und bezeichnet die wissenschaftliche Vereinigung der europäischen Rheumatologen. Den sogenannten EULAR-Kriterien liegt die Interpretation der DAS-Wert-Veränderungen zugrunde.
Disease modifying antirheumatic drugs (DMARD) sind lang wirksame Medikamente gegen Rheuma (Antirheumatika). Der Begriff ist gleichzusetzen mit der Basistherapie der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Diese Medikamente können die chronische Entzündung stoppen oder zumindest verlangsamen und Schmerzen lindern. Sie werden häufig gemeinsam mit Kortikosteroiden (umgangsprachlich "Kortison") eingesetzt. Bei der rheumatoiden Arthritis wird vorwiegend der Wirkstoff Methotrexat eingesetzt.
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