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Röntgen

Stand: 16. Februar 2012Autor: Onmeda-Redaktion

Allgemeines

Das Röntgen ist eine häufige Methode zur Diagnose von Erkrankungen. Nur wenige Entdeckungen haben die Medizin, aber auch die Technik und Wissenschaft so beeinflusst wie die Röntgenstrahlen.

Ein Arzt betrachtet das Röntgenbild einer Hand.

"Das Röntgen", also die Röntgenuntersuchung, nimmt einen großen Stellenwert in der Medizin ein. Das Verfahren ist aussagekräftig, schnell, einfach und kostengünstig. Durch das Röntgen lassen sich viele verschiedene Bereiche des Körpers sichtbar machen. Oft geben Röntgenbilder den ersten entscheidenden Hinweis auf eine Erkrankung. Weitere speziellere Röntgen-Verfahren können dann folgen, um den Krankheitsverdacht zu bestätigen oder eine genauere Diagnose zu erhalten, etwa eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT).

Zu den gängigsten Röntgenbildern gehören die Aufnahmen des Brustkorbs (Röntgen-Thorax), die zum Beispiel ein vergrößertes Herz oder Schatten in der Lunge sichtbar machen. Insbesondere in der Orthopädie wären Ambulanzen ohne Röntgengeräte kaum vorstellbar. Mithilfe von Kontrastmitteln sind auch gefährliche Blutgefäßverschlüsse beim Röntgen gut sichtbar.

Eine besondere Röntgen-Form ist die Mammographie. Mit dieser Untersuchung kann der Arzt Tumoren in der weiblichen Brust frühzeitig erkennen. Daher spielt die Mammographie bei der Brustkrebs-Früherkennung eine wichtige Rolle.

Durch Röntgenbilder können Ärzte Abweichungen von der "Körpernorm" erkennen. So sind zum Beispiel Fremdkörper, Knochenverletzungen, entzündliche Prozesse und Verschleißerscheinungen oder Tumoren auf den Bildern sichtbar. Auch kann der Arzt durch das Röntgen Funktionsstörungen etwa des Herzens, der Nieren oder des Magen-Darm-Trakts feststellen.

Die Röntgenbilder lassen sich mit oder ohne Kontrastmittel erstellen. Bei einer Aufnahme ohne Kontrastmittel spricht man von einem "nativen" Röntgenbild. Kontrastmittel sind Substanzen, die dabei helfen, nicht- oder schlecht darzustellende Körperregionen oder -teile, insbesondere Hohlorgane oder das Gefäßsystem, beim Röntgen sichtbar zu machen. Es gibt "positive" und "negative" Kontrastmittel:

  • Negative Kontrastmittel: Diese Art von Kontrastmitteln schwächt Röntgenstrahlung weniger stark ab als die Umgebung. Negative Kontrastmittel sind zum Beispiel Luft oder Kohlensäure.
  • Positive Kontrastmittel: Positive Kontrastmittel schwächen Röntgenstrahlung stärker ab als die Umgebung. Hierzu zählen beispielsweise Bariumsulfat bei Magen-Darm-Untersuchungen oder jodhaltige Substanzen, die meist in die Vene gespritzt werden.

Kontrastmittel können dem Patienten als Getränk, als Injektion, als Kontrasteinlauf über den Enddarm oder endoskopisch (z.B. in Gallenwege) zugeführt werden. Bei vielen Röntgenuntersuchungen fertigt der Radiologe erst eine Nativaufnahme (also ohne Kontrastmittel) als Übersichtsaufnahme an, bevor er danach zusätzlich ein Röntgenbild mit einem Kontrastmittel macht.

Der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte die Röntgenstrahlung bei seiner Forschung mit Kathodenstrahlen am Abend des 8. November 1895. Wegen ihrer unbekannten physikalischen Eigenschaften nannte er sie "X-Strahlen". Der Begriff Röntgenstrahlen fand erst einige Zeit später Verbreitung.

Bei angemessener Anwendung überwiegt der Nutzen beim Röntgen bei Weitem die potenziellen Risiken. Mit den modernen Geräten sind die Untersuchten – verglichen mit der natürlichen Strahlenexposition auf der Erde – beim Röntgen einer relativ geringen Strahlenbelastung ausgesetzt.

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