Rheumatoide Arthritis: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Juni 2016)

Um eine rheumatoide Arthritis zu diagnostizieren, bewertet der Arzt immer mehrere Befunde: die körperliche Untersuchung, Laborbefunde und die Röntgenuntersuchung.

Typischerweise verursacht eine rheumatoide Arthritis folgende Veränderungen der Blutwerte:

Allerdings zeigt sich die rheumatoide Arthritis nur in etwa 70 Prozent aller Fälle durch den Rheumafaktor. Zudem kann der Rheumafaktor nicht nur bei Rheuma, sondern auch bei Menschen mit anderen Krankheiten und sogar bei Gesunden nachweisbar sein. Darum ist der RF-Wert alleine nicht geeignet, um die Diagnose von Gelenkrheuma zu sichern.

Eine Röntgenuntersuchung hilft dem Arzt, Rheuma zu erkennen und die Diagnose zu stellen, denn die rheumatoide Arthritis zerstört im Krankheitsverlauf mitunter die Gelenke. Entsprechend zeigen Röntgenbilder typische Veränderungen:

  • gelenknahe Osteoporose: gelenknahe Entkalkung der Knochen (Frühzeichen)
  • Erosionen: mäusebissartige Knochendefekte am äußeren Rand der Gelenkfläche
  • Verschiebung der Wirbelkörper der Halswirbelsäule, wenn das Kopf-Hals-Gelenk betroffen ist

Röntgenaufnahmen der Hände und Füße sind besonders gut geeignet, um frühzeitig typische Veränderungen zu erkennen.

ACR/EULAR-Diagnosekriterien

ACR steht für American College of Rheumatology und bezeichnet die wissenschaftliche Vereinigung der US-amerikanischen Rheumatologen. Die 1987 aufgestellten ACR-Kriterien dienten der Diagnose und der Bestimmung der Erkrankungsaktivität bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen. Danach lag eine voll entwickelte rheumatoide Arthritis vor, wenn mindestens vier der folgenden sieben Punkte zutrafen:

  • über mindestens sechs Wochen Morgensteifigkeit der Gelenke, die wenigstens eine Stunde anhält
  • Gelenkentzündung (Arthritis) mit tastbarer Schwellung in drei oder mehr Gelenkregionen seit mindestens sechs Wochen
  • Arthritis an Hand- oder Fingergelenken länger als sechs Wochen
  • symmetrische Arthritis länger als sechs Wochen (d.h. auf beiden Körperseiten sind dieselben Gelenke gleichzeitig betroffen)
  • Rheumaknoten
  • Rheumafaktornachweis im Blut
  • typische Röntgenveränderungen (gelenknahe Osteoporose und/oder Erosionen)

Sind diese Kriterien erfüllt, ist die rheumatoide Arthritis allerdings bereits relativ weit fortgeschritten. Für eine angemessene Behandlung ist es jedoch wichtig, Rheuma möglichst frühzeitig zu erkennen. Darum hat das ACR gemeinsam mit der Europäischen Rheumaliga (European League Against Rheumatism, EULAR) im Jahr 2010 ein neues Punktesystem für die Diagnose entwickelt: Wer dabei sechs von zehn Punkten erreicht, bei dem gilt die rheumatoide Arthritis als sicher festgestellt.

DAS-Diagnosekriterien

Um zu beurteilen, wie aktiv die rheumatoide Arthritis ist, kann der Arzt die DAS-Kriterien heranziehen: DAS steht für Disease Activity Score und erfasst die Krankheitsaktivität auf Grundlage einer bestimmten Anzahl von Gelenken (z.B. 28 berücksichtigte Gelenke = DAS28). Der DAS-Wert dient zusätzlich zu den ACR-Kriterien als Mess- beziehungsweise Beurteilungsinstrument. Die DAS-Skala reicht von 0 bis 10, wobei 0 für die nicht vorhandene Krankheitsaktivität steht und 10 für die größte Aktivität.


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