Rheumatoide Arthritis: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Juni 2016)

Die rheumatoide Arthritis (kurz: RA) ist eine chronisch entzündliche Systemerkrankung – das heißt, sie wirkt sich auf ein gesamtes Organsystem oder den gesamten Körper aus. Sie befällt vor allem Gelenke (Arthritis bedeutet Gelenkentzündung) und Sehnen, aber auch innere Organe, die Augen oder die Haut.

Betrifft die rheumatoide Arthritis mehr als fünf Gelenke, bezeichnen Mediziner sie auch als chronische Polyarthritis (griech. poly = viel). Mit der Zeit entwickelt sich Gelenkrheuma in fast jedem Fall zu einer Polyarthritis, da sich die Entzündungen nach und nach auf immer mehr Gelenke ausbreiten.

Der Begriff rheumatoid besagt, dass die rheumatoide Arthritis eine rheumatische Erkrankung ist. Es gibt viele verschiedene rheumatische Erkrankungen (bzw. Rheuma) – Mediziner unterscheiden:

  • entzündlich-rheumatische Erkrankungen (Rheuma im engeren Sinn) – hierzu zählen unter anderem:
  • degenerativ-rheumatische Erkrankungen (Rheuma im weiteren Sinn) – wie zum Beispiel:
    • Gelenkverschleiß (Arthrose)
    • Erkrankung der Wirbelkörper durch Bandscheibenschaden (Spondylosis deformans)
    • Wirbelgelenkverschleiß (Spondylarthrose)
    • Knochenerkrankung mit gestörter Umwandlung von Knorpel zu Knochen (Osteochondrose)
  • rheumatische Erkrankungen außerhalb der Gelenke (sog. Weichteilrheumatismus) – beispielsweise:

Die rheumatoide Arthritis gehört zu den entzündlichen Formen von Rheuma, die typischerweise mit einer Wirbelsäulen- oder Gelenkentzündung einhergehen. Das Immunsystem greift dabei fälschlicherweise die körpereigenen Gelenke und Gewebe an und zerstört sie. Weitere entzündlich-rheumatische Erkrankungen aus derselben Gruppe sind zum Beispiel:

Häufigkeit

Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung. Grundsätzlich kann entzündliches Gelenkrheuma in jedem Lebensalter auftreten und ist somit keine typische Alterskrankheit. Meist beginnt diese Rheuma-Form jedoch

  • bei Frauen zwischen dem 55. und 64. Lebensjahr und
  • bei Männern zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr.

In Deutschland betrifft die rheumatoide Arthritis etwa 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung. Somit beträgt die Gesamtzahl der Fälle hierzulande schätzungsweise rund 800.000. In der Altersgruppe der über 55-Jährigen ist die Häufigkeit der Erkrankung mit rund 2 Prozent etwas höher. Frauen sind etwa doppelt bis dreimal öfter betroffen als Männer.


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