Rhesus­unverträglichkeit: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. Dezember 2014)

Kommt es während der Geburt zu einem Blutkontakt zwischen Mutter und Kind, kann sich eine Unverträglichkeit zwischen den verschiedenen Blutgruppen entwickeln. Bei einer solchen Rhesusunverträglichkeit bildet der Körper der Mutter Antikörper gegen Bestandteile des kindlichen Bluts (sog. Rhesusfaktoren).

Die Rhesusfaktoren gehören zu den Blutgruppenmerkmalen. Es gibt Rhesus-positive Menschen, bei denen die roten Blutkörperchen spezielle Eiweiße tragen, und Rhesus-negative Menschen, bei denen diese Eiweiße nicht vorhanden sind.

Ist eine Rhesus-negative Frau zum ersten Mal mit einem Rhesus-positiven Kind schwanger, ist dies nicht problematisch, weil dann noch keine Antikörper im Blut vorhanden sind. Die Rhesusunverträglichkeit wirkt sich deshalb gewöhnlich erst beim zweiten Kind aus. Bei der Geburt des ersten Kindes, einer Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch kommt es zu einem Übertritt kindlicher roter Blutkörperchen (Erythrozyten) in den mütterlichen Blutkreislauf. Dies kann die Produktion von Antikörpern im Blut der Mutter auslösen.

Bei einer erneuten Schwangerschaft durchwandern diese Antikörper den Mutterkuchen (Plazenta), binden an kindliche rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und zerstören sie. Der Körper des ungeborenen Kindes versucht, durch eine vermehrte Blutbildung die Zerstörung der Erythrozyten auszugleichen. Wenn dies nicht gelingt, kann es zu Blutarmut (Anämie), Gelbsucht (Hyperbilirubinämie), Wassereinlagerung im Körper (Hydrops fetalis) und schließlich zum Tod des Kindes kommen.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst