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Retinoblastom

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. Juli 2015)

© Jupiterimages/AbleStock.com

Das Retinoblastom ist der häufigste Augentumor bei Kindern, insgesamt ist diese Krebserkrankung des Auges jedoch selten. Außerdem haben Retinoblastome von allen bösartigen Tumoren im Kindesalter die beste Prognose, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Ein Retinoblastom entwickelt sich bei Säuglingen und Kleinkindern aus unreifen Zellen der Netzhaut (Retina), deren Erbanlage geschädigt ist (sog. Gendefekt). Dies führt dazu, dass die Steuerung des Zellwachstums in diesen Zellen ausgeschaltet ist.

Das Retinoblastom ist in etwa der Hälfte der Fälle erblich bedingt, das bedeutet, Vater oder Mutter geben den verantwortlichen Schaden am Erbgut ans Kind weiter (sog. erbliches bzw. familiäres Retinoblastom). Der Gendefekt kann sich allerdings auch erst im Laufe der ersten Lebensjahre in einzelnen Netzhautzellen des betroffenen Kindes entwickeln (sog. sporadisches Retinoblastom).

Oft löst das Retinoblastom erst dann Symptome aus, wenn es sich schon ausgedehnt hat. Da die betroffenen Kinder noch sehr klein sind und mögliche Beschwerden oft nicht äußern können, sind es meist die Eltern, die durch das Retinoblastom bedingte Veränderungen bei ihrem Kind bemerken. In vielen Fällen verursacht der Tumor im Auge zuerst ein weißes Aufleuchten der Pupille unter bestimmten Lichtverhältnissen, zum Beispiel im Blitzlicht eines Fotoapparats. Weitere mögliche Anzeichen für ein Retinoblastom sind plötzliches Schielen oder wiederholte Entzündungen des Auges.

Der Arzt diagnostiziert ein Retinoblastom anhand einer augenärztlichen Untersuchung, die unter Narkose stattfindet, sowie anhand bildgebender Verfahren (Ultraschall, Computertomographie, Magnetresonanztomographie). Zur Behandlung eines Retinoblastoms stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Welches am besten geeignet ist, hängt vom Stadium der Krebserkrankung ab. Meistens entfernt der Arzt das Retinoblastom operativ. Gegen kleinere Retinoblastome können Verfahren wie Bestrahlung, Lasertherapie oder Kryotherapie (Vereisung des Tumors) zum Einsatz kommen, bei denen die Sehkraft des Auges erhalten bleibt.

Je früher Diagnose und Therapie erfolgen, desto größer sind die Chancen, das Retinoblastom völlig zu heilen und gleichzeitig das Sehvermögen des betroffenen Auges zu erhalten. Daher ist es ratsam, Vorsorgeuntersuchungen für Kinder immer wahrzunehmen, um ein Retinoblastom frühzeitig zu erkennen und auch bei bereits bestehenden, möglichen Hinweisen auf ein Retinoblastom (z.B. Schielen, weiße Augenreflexionen im Blitzlicht) möglichst schnell einen Augenarzt aufzusuchen. Insgesamt kann ein Retinoblastom in Deutschland bei 95 von 100 Kindern geheilt werden. Ist das Retinoblastom bei Behandlungsbeginn schon weiter fortgeschritten, ist die Prognose ungünstiger; doch auch in solchen Fällen ist häufig noch eine dauerhafte Heilung möglich.

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