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Retinoblastom: Verlauf

(Stand: 31. Dezember 2009)

Komplikationen

Retinoblastome sind relativ schnell wachsende Tumoren. Sie breiten sich bevorzugt entlang des Sehnervens aus, wobei es zu einer Mitbeteiligung von Hirnstrukturen kommen kann. Wächst ein Retinoblastom in das Blutgefäßnetz des Auges ein, besteht die Gefahr, dass sich Tochtergeschwulste (Metastasen) in anderen Organen bilden. Betroffen sind davon in erster Linie Knochenmark, Knochen und Leber. Lebensgefährliche Komplikationen wie Veränderungen der Blutbildung oder Einschränkungen der Leberfunktion sind die Folge. Außerdem können sich Tumorzellen auch in die umliegenden Lymphknoten absiedeln.

Wächst der Tumor in die Netzhaut ein, kann es zu dauerhaften Entzündungen, einer Erhöhung des Augeninnendrucks, Netzhautablösung und Trübungen des Glaskörpers im Auge kommen. Das Sehvermögen des betroffenen Auges verschlechtert sich zunehmend bis hin zur völligen Erblindung.

Bei der vererblichen, familiären Form des Retinoblastoms besteht die Gefahr, dass an beiden Augen wiederholt Tumoren auftreten. Darüber hinaus besteht für die Betroffenen ein erhöhtes Risiko, an anderen Krebsarten, insbesondere Knochen- und Weichteiltumoren, zu erkranken.

Prognose

Die Prognose eines Retinoblastoms hängt davon ab, wie stark es sich zu Beginn seiner Behandlung bereits ausgebreitet hat. Unbehandelt führt die Erkrankung immer zum Tod. Bei rechtzeitigem Therapiebeginn können heute allerdings etwa 97 Prozent der betroffenen Kinder geheilt werden.

Nachsorge

Nach erfolgreicher Behandlung eines Retinoblastoms werden regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt. Vor allem bei der erblichen, familiären Form tritt der Tumor relativ oft am gleichen Auge oder am anderen erneut auf. Aus diesem Grund ist mindestens bis zum Abschluss des fünften Lebensjahrs alle drei Monate eine Kontrolle notwendig. Nur so können eventuelle Tumoren rechtzeitig erkannt und unter Erhalt des Sehvermögens behandelt werden. Treten Beschwerden auf, sollte selbstverständlich auch zwischen den festgesetzten Nachsorgeterminen ein Arzt aufgesucht werden.

Weiterlesen: Retinoblastom: Vorbeugen

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

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