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Retinoblastom

Retinoblastom: Therapie

Stand: 13. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einem Retinoblastom ist die Therapie meist erfolgreich. Wenn es gelingt, den bösartigen Tumor im Auge rechtzeitig zu entdecken und so früh genug eine geeignete Behandlung einzuleiten, ist nicht nur eine völlige Heilung der Krebserkrankung möglich – auch das Sehvermögen kann dann oft erhalten bleiben. Durchschnittlich haben Retinoblastome eine Heilungsrate von etwa 97 Prozent. Welches Verfahren am besten zur Therapie Ihres Kindes geeignet ist, hängt vom Stadium seiner Erkrankung ab.

Ein kleineres Retinoblastom können Sie bestrahlen lassen. Zur Bestrahlung von innen bringt der Arzt die Strahlenquelle, zum Beispiel Ruthenium oder Jod, bei einer Operation unmittelbar auf den Tumor auf. Die Strahlung wirkt dann nur in Richtung des Tumors und führt gezielt dazu, dass die bösartig veränderten Zellen absterben. Bei dieser Retinoblastom-Therapie bleibt das Sehvermögen des Auges erhalten.

Weitere Verfahren zur Retinoblastom-Therapie, bei denen ebenfalls die Sehkraft des betroffenen Auges erhalten bleibt, sind die Lasertherapie (Photo- bzw. Lichtkoagulation), die Thermotherapie und die Kryotherapie. Auch diese Behandlungsverfahren sind nur bei kleinen Retinoblastomen geeignet. Bei der Lasertherapie zerstört der Arzt die Gefäße, die den Tumor mit Blut versorgen, durch die Anwendung von Laserstrahlen. Die Thermotherapie wirkt durch extreme Hitzeeinwirkung, die Kryotherapie dagegen durch wiederholte Vereisung des Tumors.

Wenn das Retinoblastom bei seiner Entdeckung bereits so groß ist, dass das betroffene Auge geschädigt und seine Sehkraft erheblich eingeschränkt ist, ist es für eine erfolgreiche Therapie notwendig, das gesamte Auge operativ durch eine sogenannte Enukleation zu entfernen. Durch diese Behandlung gelingt auch bei solch fortgeschrittenen Retinoblastomen fast immer, den Krebs vollständig zu heilen. Voraussetzung dafür ist, dass der Tumor im Auge noch nicht in andere Organe gestreut hat. Im Anschluss an die Operation erhält Ihr Kind ein künstliches Auge.

Sind beide Augen betroffen, zielt die Retinoblastom-Therapie darauf ab, den Krebs zu beseitigen und gleichzeitig zumindest eines der beiden Augen zu erhalten. In der Regel operiert man in solchen Fällen das Auge mit dem größeren Tumor, während gegen das Retinoblastom am anderen Auge eine Strahlen-, Laser- oder Kryotherapie zum Einsatz kommt.

Wenn das Retinoblastom bereits in den Sehnerv eingewachsen ist oder in andere Organe gestreut hat, kann zusätzlich zu den verschiedenen Behandlungsverfahren eine Chemotherapie erfolgen.

Weiterlesen: Retinoblastom: Verlauf

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