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Stand: 21. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Eine renale Anämie (nierenbedingte Blutarmut) entsteht durch eine chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen), die verschiedene Ursachen haben kann: Oft lösen ein langjähriger Diabetes mellitus oder Bluthochdruck, eine übermäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel und entzündliche Nierenerkrankungen eine Niereninsuffizienz aus. Diese kann bereits in einem frühen Stadium eine renale Anämie verursachen, wenn noch 20 bis 50 Prozent der Nierenfunktion erhalten sind. Zu dem Zeitpunkt, an dem das Nierenversagen eine Dialyse (Blutwäsche) oder Nierentransplantation notwendig macht, besteht beinahe immer eine Blutarmut.
Häufigste Ursache für die renale Anämie ist, dass der Körper bei Niereninsuffizienz zu wenig rote Blutkörperchen (Erythrozyten) bildet. Auslöser hierfür ist ein Hormonmangel: Die gesunden Nieren bilden 90 bis 95 Prozent des Hormons Erythropoetin, das im Knochenmark die Bildung roter Blutkörperchen anregt. Ist die Funktion der Nieren durch eine chronische Nierenerkrankung gestört, können die Nieren das Hormon häufig nicht mehr in ausreichender Menge bilden. Der nierenbedingte Erythropoetinmangel wiederum führt dazu, dass das Knochenmark zu wenig rote Blutkörperchen bildet – es entsteht eine renale Anämie. Dieser Blutmangel wirkt sich relativ schnell auf die Sauerstoffversorgung des Organismus aus, weil rote Blutkörperchen eine eingeschränkte Lebenszeit von 120 Tagen haben und der Körper sie deshalb ständig nachbilden muss.
Mögliche zusätzliche Ursachen für den Mangel an roten Blutkörperchen bei chronischer Niereninsuffizienz und somit für eine renale Anämie sind eine verkürzte Lebenszeit der roten Blutkörperchen (anstatt 120 nur 40 bis 80 Tage) und ein gestörter Einbau von Eisen in den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin), der für den Transport von Sauerstoff verantwortlich ist.
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