Renale Anämie: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. Juli 2015)

Gegen eine renale Anämie (nierenbedingte Blutarmut) ist in der Regel eine Therapie mit einem bestimmten gentechnisch hergestellten Hormon wirksam:

Die meisten bei Niereninsuffizienz (Nierenversagen) auftretenden Anämien entstehen durch einen Mangel am Hormon Erythropoetin (EPO). In dem Fall kann eine EPO-Therapie den Hormonmangel ausgleichen und so die Blutarmut beheben.

Die Therapie steigert in vielen Fällen die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Betroffenen.

Wenn Sie gegen Ihre renale Anämie eine EPO-Therapie erhalten, ist es ratsam, zusätzlich Eisen zu sich nehmen, denn: Die EPO-Behandlung regt die Blutbildung an, weshalb gleichzeitig der Eisenbedarf des Körpers ansteigt.

Das Erythropoetin wird vom Arzt unter die Haut (subkutan) oder in die Vene (intravenös) verabreicht. Die Nebenwirkungen von EPO sind meist gering. In einigen Fällen kann während der ersten zwölf Therapiewochen der Blutdruck ansteigen. Da das Blut aufgrund der erhöhten Zahl roter Blutkörperchen zähflüssiger ist, steigt das Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen). Diese können vor allem in sogenannten Dialyse-Shunts entstehen. Dabei handelt es sich um eine operativ angelegten Kurzschlussverbindung am Arm zwischen einer Vene und einer Arterie. Der Dialyse-Shunt ermöglicht eine ausreichende Blutentnahme für die Dialyse.

Vor der Zulassung der EPO-Behandlung machte eine renale Anämie regelmäßige Bluttransfusionen zur Therapie nötig. Dies war mit Risiken verbunden, die nun durch die EPO-Therapie entfallen: Die Bluttransfusionen hemmten die noch vorhandene körpereigene Bildung roter Blutkörperchen und überluden den Organismus mit Eisen. Daneben bestand ein – wenn auch sehr geringes – Risiko der Übertragung von Virusinfektionen wie Hepatitis oder HIV. Außerdem waren möglicherweise geringe Mengen Fremdeiweiß im Spenderblut enthalten, die eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems auslösen und somit den Organismus sensibilisieren konnten. Dadurch konnte nach einer Nierentransplantation das Risiko einer Abstoßung erhöht sein.


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