Renale Anämie: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. Juli 2015)

Die renale Anämie ist per Definition eine Blutarmut im Rahmen einer Niereninsuffizienz (renal von lat. ren = Niere). Sie äußert sich durch eine zu geringe Anzahl roter Blutkörperchen (sog. Erythrozyten). Infolge der Nierenerkrankung bilden die Nieren zu geringe Mengen des Hormons Erythropoetin. Das Hormon regt normalerweise das Knochenmark dazu an, rote Blutkörperchen zu produzieren. Der in den Erythrozyten enthaltene eisenhaltige rote Blutfarbstoff (Hämoglobin, Hb) ist für den Transport des Sauerstoffs zu den Organen, zum Gehirn und zur Muskulatur verantwortlich.

Bei einem Mangel an roten Blutkörperchen ist der Organismus nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt: Diese mangelhafte Sauerstoffversorgung erklärt die für eine renale Anämie typischen Anzeichen (wie Blässe und Leistungsabfall).

Die Normwerte für den roten Blutfarbstoff (HB) betragen:

  • bei Frauen über 12 Gramm pro Deziliter
  • bei Männern über 13,5 Gramm pro Deziliter

Eine renale Anämie oder eine Blutarmut durch andere Ursachen liegt dann vor, wenn der Wert unter dem Normwert liegt. Die normale Zahl roter Blutkörperchen im Blut beträgt

  • bei Frauen zwischen 4,2 und 5,4 Millionen pro Mikroliter
  • bei Männern zwischen 4,6 und 6,2 Millionen pro Mikroliter

Häufigkeit

Je fortgeschrittener die chronische Nierenerkrankung ist, desto eher tritt eine renale Anämie auf: Macht das Nierenversagen eine Dialyse (Blutwäsche) oder Nierentransplantation notwendig, liegt fast immer auch eine Blutarmut vor.

In Deutschland kommen auf eine Million Einwohner etwa 175 Menschen mit Nierenversagen. Jeder 2. bis 3. Betroffene ist Diabetiker. Bei etwa 70.000 Menschen liegt der höchste Schweregrad von chronischem Nierenversagen vor (sog. terminale Niereninsuffizienz), sodass eine Dialyse erforderlich ist. Doch auch zu einem früheren Zeitpunkt der Nierenerkrankung, wenn noch 20 bis 50 Prozent der Nierenfunktion erhalten sind, kann eine renale Anämie entstehen.


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