Reizmagen (funktionelle Dyspepsie): Medikamente

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (20. November 2015)

Bei einem Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) können Medikamente als begleitende Therapie infrage kommen, um Ihre Beschwerden zu lindern oder vorübergehend zu beseitigen.

Die Medikamente wirken symptomatisch – den Reizmagen selbst können Sie mit dieser Behandlung nicht beheben, sondern lediglich die Symptome verringern. Daher sind Medikamente gegen die funktionelle Dyspepsie nur über einen begrenzten Zeitraum empfehlenswert, solange die Magenfunktionsstörung ausgeprägte Beschwerden bereitet.

Wenn Ihre funktionelle Dyspepsie eine medikamentöse Therapie notwendig macht, kann der Arzt Ihnen zum Beispiel ein magensäurehemmendes Medikament verschreiben – Mittel der ersten Wahl ist hierbei ein Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol), der zunächst etwa vier Wochen lang einzunehmen ist. Außerdem kommen beim Reizmagen Medikamente zur Behandlung infrage, die die Magenentleerung beschleunigen (sog. Prokinetika, z.B. Metoclopramid, Domperidon). Diese Mittel sind für Sie geeignet, wenn Protonenpumpenhemmer und nicht-medikamentöse Maßnahmen bei Ihnen nicht ausreichend wirken und wenn Ihr nervöser Magen sich vor allem durch Übelkeit, Druck- und Völlegefühl sowie nicht-saures Aufstoßen bemerkbar macht.

Daneben stehen weitere Medikamente zur Verfügung, die beim Reizmagen Hilfe versprechen: So zeigen Mittel, die Kümmel, Anis und Fenchel enthalten, eine ähnliche Wirkung wie Prokinetika. Verursacht Ihr nervöser Magen starke Schmerzen, können zur Behandlung krampflösende Mittel (z.B. Butylscopolamin) zum Einsatz kommen. Auch japanisches Heilpflanzenöl und die sogenannte Heilerde können möglicherweise gegen eine funktionelle Dyspepsie helfen, indem sie beruhigend und schmerzlindernd wirken.

Bevor Sie sich selbst Medikamente gegen Ihren Reizmagen besorgen, ist es ratsam, dass Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten, denn: Viele Arzneimittel auf pflanzlicher Basis, die gegen die typischen Beschwerden einer funktionellen Dyspepsie erhältlich sind, enthalten Alkohol – eine Therapie hiermit kann bei sehr empfindlichem Magen Unverträglichkeiten hervorrufen und ist zudem mitunter gefährlich.

Außerdem enthalten einige pflanzliche Medikamente Schöllkraut, das aufgrund seiner leberschädigenden Wirkung mittlerweile fast gänzlich vom Markt verschwunden ist. Schöllkrautextrakt enthält Alkaloide (giftige Stickstoffverbindungen), die eine krampflösende Wirkung im Magen-Darm-Trakt entfalten.


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