Reizmagen (funktionelle Dyspepsie): Definition

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (20. November 2015)

Der Begriff Reizmagen (umgangssprachlich oft "nervöser Magen" genannt) beschreibt eine Störung der Magenfunktion, die vor allem zu Magenbeschwerden beziehungsweise Oberbauchbeschwerden führt und für die keine organische Ursache festzustellen ist. Ärzte bezeichnen dies auch als funktionelle Dyspepsie:

  • griech. dys = Störung eines Zustands oder einer Funktion
  • griech. pepsis = Verdauung

Ein Reizmagen liegt nach internationaler Definition dann vor, wenn die typischen Beschwerden – wie Völlegefühl, Druck im Oberbauch, vorzeitiges Sättigungsgefühl, Übelkeit und Erbrechenmindestens drei Monate lang innerhalb eines halben Jahres bestehen und nach ärztlichen Untersuchungen andere Erkrankungen des Magens (wie Magengeschwüre oder Entzündungen) als Auslöser ausgeschlossen sind.

Der Reizmagen zeigt kein einheitliches Beschwerdebild: Die typischen Beschwerden können alle zusammen, aber auch einzeln auftreten und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. So kann sich eine funktionelle Dyspepsie zum Beispiel überwiegend ...

  • durch ein vorzeitiges Sättigungs- und Völlegefühl nach dem Essen (sog. postprandialer Schmerztyp: lat. post = nach, prandium = Mahlzeit) oder auch
  • essensunabhängig durch Schmerzen und ein Brennen im Oberbauch (sog. epigastraler Schmerztyp: griech. epi = über, bei; gaster = Magen)

... bemerkbar machen. Es ist jedoch nicht möglich, einzelne Reizmagen-Typen klar voneinander zu trennen, da sich die Beschwerdebilder häufig überschneiden.

Häufigkeit

Schätzungsweise 10 bis 20 Prozent aller Menschen in den westlichen Industrieländern haben einen Reizmagen, wobei die Häufigkeit mit zunehmendem Alter steigt. Damit ist dort die funktionelle Dyspepsie zusammen mit dem Reizdarm die häufigste Störung des Magen-Darm-Trakts. Frauen sind öfter betroffen als Männer.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst