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Reizdarm: Ursachen

Veröffentlicht von: Carolin Grob (20. Dezember 2013)

Für einen Reizdarm sind die genauen Ursachen bisher nicht geklärt. Es handelt sich um eine funktionelle Erkrankung. Hierbei lässt sich keine körperliche Ursache für die Beschwerden finden. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen ergaben jedoch, dass entzündliche Prozesse der Darmschleimhaut das Reizdarmsyndrom begünstigen können. Dabei fördern kleine Entzündungen – sogenannte Mikroentzündungen – der Darmschleimhaut die Produktion von Hormonen und körpereigenen Botenstoffen (z.B. Histamin, Serotonin), die wiederum das Nervensystem im Darm anregen. Die Forscher vermuten, dass dies unter anderem zu den bekannten Symptomen bei Reizdarm führen könnte.

Bestimmte Abläufe im Verdauungssystem sind bei Menschen mit Reizdarmsyndrom gestört; der Darm selbst ist dabei aber nicht krankhaft verändert.

Bei manchen Betroffenen mit Reizdarm zeigen die Zellen der Darmschleimhaut Besonderheiten. In einigen Fällen ist auch die Darmflora gestört (sog. Dysbiose), das bedeutet, das Verhältnis von nützlichen zu schädlichen Bakterien ist nicht mehr ausgewogen. So können zum Beispiel Beschwerden wie Blähungen und Durchfall entstehen. Eine mikrobielle Fehlbesiedlung des Darms gehört bei Reizdarm somit zu den möglichen Ursachen.

Der Reizdarm tritt häufiger bei Menschen auf, die unter psychischen Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen leiden. Bei ihnen scheint die psychische Erkrankung zu begünstigen, dass ein Reizdarmsyndrom entsteht. In seltenen Fällen ist die psychische Krankheit möglicherweise die direkte Ursache des Reizdarms. Dies bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass es sich beim Reizdarm um eine psychische Störung handelt.

Stress, traumatische Ereignisse und psychische Konfliktsituationen können das Reizdarmsyndrom erheblich beeinflussen. Bei Stress reagiert der Darm von Betroffenen oft stärker als bei gesunden Menschen. Ein Großteil der Menschen mit Reizdarm empfindet schon normale Verdauungsbewegungen als schmerzhaft, die Schmerzschwelle ist erniedrigt.

Weitere Faktoren oder Auslöser (sog. Trigger), die dazu beitragen, dass sich ein Reizdarmsyndrom entwickelt oder verschlechtert, sind unter anderem:

  • falsche Ernährungsgewohnheiten (z.B. ballaststoffarme oder sehr fettreiche Kost)
  • eine übermäßige Schmerzempfindlichkeit der Verdauungsorgane
  • eine erbliche Veranlagung
  • Störungen der Immunabwehr
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • hormonelle Einflüsse

Bei einem Teil der Betroffenen gehen dem Reizdarmsyndrom andere Erkrankungen voraus:

  • eine bakterielle Darminfektion, (sog. bakterielle Enteritis); je schwerer sie verläuft, desto wahrscheinlicher entwickelt sich anschließend ein Reizdarm
  • eine Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • eine allergische Reaktion gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln und Getränken (z.B. Milchprodukte, Kaffee, Alkohol, Zitrusfrüchte, gebratene Speisen).

In gewissen Grenzen kann auch die persönliche Veranlagung dazu beitragen, dass ein Reizdarm entsteht. Wahrscheinlich hängt dies mit genetischen Faktoren und erlernten Verhaltensmustern zusammen.

Manche Theorien zur Ursache des Reizdarmsyndroms bauen auf dem sogenannten enterischen Nervensystem (ENS) auf. Dieses darmeigene Nervensystem, auch "Bauchhirn" genannt, steuert unter anderem den Transport der Nahrung und der Flüssigkeiten im Darm. Man geht davon aus, dass eine zu aktive Darmmuskulatur einen großen Teil der Reizdarm-Beschwerden bedingt (sog. Motilitätsstörung). Der Darm von Betroffenen bewegt sich häufig stärker als bei gesunden Menschen.






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