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Reizdarm: Behandlung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (05. Oktober 2015)

Die genauen Ursachen für einen Reizdarm sind nicht bekannt – daher zielt die Behandlung vor allem darauf ab, die Beschwerden zu lindern. Da von Mensch zu Mensch unterschiedliche Symptome im Vordergrund stehen können, gibt es keine standardisierte Reizdarm-Behandlung, die jedem weiterhilft. Es existieren auch keine allgemeingültigen Vorgaben, wie Sie Ihr Leben gestalten sollten.

Es ist wichtig, dass Sie herausfinden, in welchen Situationen Ihr Reizdarm verstärkt Probleme macht. Die Behandlung konzentriert sich auch darauf, Auslöser – die sogenannten Trigger –, die Ihren Reizdarm verstärken, zu identifizieren. Dann können Sie diese zukünftig meiden. Mögliche Auslöser sind beispielsweise:

Das Bild zeigt eine Frau im Gespräch mit einer Ärztin. © Jupiterimages/Comstock Images

Wichtig für die Reizdarm-Behandlung: Vertrauen und Geduld

Ein Vertrauensverhältnis zu Ihrem Arzt ist eine wichtige Voraussetzung, um das Reizdarmsyndrom erfolgreich zu behandeln. Der Arzt klärt Sie über die Diagnose und mögliche Ursachen der Beschwerden auf. Er erläutert Ihnen die Untersuchungsergebnisse und entwirft gemeinsam mit Ihnen einen auf Ihre Beschwerden zugeschnittenen Behandlungsplan.

Die Reizdarm-Behandlung kann bei der Ernährung ansetzen – eine Reizdarmdiät gibt es allerdings nicht! Medikamente und psychische Unterstützung sind weitere Möglichkeiten, mit deren Hilfe Sie die Beschwerden besser in den Griff bekommen können.

Lindernd beim Reizdarmsyndrom wirkt auch Wärme auf dem Bauch, etwa eine Wärmflasche oder ein Dinkelkissen.

Ernährung

Eine Frau sitzt lächelnd vor einem Teller Spaghetti. © Jupiterimages/Stockbyte

Beim Reizdarm gilt für die Ernährung: Essen Sie, was Sie gut vertragen!

Die Ernährung spielt für die Reizdarm-Behandlung durchaus eine wichtige Rolle. Sie müssen Ihr Essverhalten nicht auf spezielle, vorgeschriebene Weise anpassen – vielmehr geht es darum, für sich die beste Lösung zu finden. Oft hilft es, die Ernährung umzustellen. Eine ausgewogene, frische Mischkost mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen und Vitaminen gilt als gesund. Wer ausreichend trinkt, fördert zudem die Verdauung.

Vermeiden Sie Nahrungsmittel, die Sie schlecht vertragen und schauen Sie, ob es Ihnen besser bekommt, wenn Sie auf blähende, fette sowie sehr kalte oder auch sehr heiße Nahrungsmittel verzichten. Eine solche Ernährung bringt bei manchen Menschen den Magen-Darm-Trakt "durcheinander". Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und hetzen Sie nach Möglichkeit nicht.

Eine spezielle Reizdarm-Diät ist nicht empfehlenswert. Vielmehr sollten Sie für sich individuell herausfinden, was Ihnen gut tut!

Lebensmittel, die verschiedene Kulturen an Mikroorganismen (z.B. Milchsäurebakterien) enthalten, können unter Umständen gegen einige der Beschwerden beim Reizdarm helfen und sind ein möglicher Baustein der Behandlung. Solche Lebensmittel heißen Probiotika. Probiotika wirken nur, wenn man sie regelmäßig verzehrt.

Weitere Studien müssen zeigen, inwiefern Probiotika für die Reizdarm-Behandlung nützlich sind; generell kommt erschwerend hinzu, dass es viele verschiedene Produkte gibt, die unterschiedliche Bakterienstämme enthalten. Da der Darm eines jeden Menschen wiederum eine individuelle Zusammensetzung mit Bakterien aufweist (sog. Darmflora), lässt sich nicht voraussagen, wer von welchen Bakterien profitiert.

Medikamente

Ob und welche Medikamente der Arzt bei einem Reizdarmsyndrom empfiehlt, richtet sich individuell nach Ihren Beschwerden. Die Behandlung des Reizdarms erfordert etwas Geduld. Der Arzt kann nicht voraussagen, wie gut die Medikamente in Ihrem Fall wirken. Mitunter ist es erforderlich, dass Sie in Absprache mit Ihrem Arzt verschiedene Mittel testen, bis Sie die für Sie wirksame Arznei gefunden haben.

Ziel der Reizdarm-Behandlung: Die Beschwerden sollen sich bessern, gleichzeitig soll die Therapie gut verträglich sein.

Verstopfung

Verstopfung können Sie eventuell mit viel Bewegung, ballaststoffreicher Ernährung und ausreichend Flüssigkeit in den Griff bekommen. Wenn diese einfachen Maßnahmen nicht wirken, können Sie auf sanfte Abführmittel ausweichen. Gängige Wirkstoffe sind zum Beispiel:

Diese sollten Sie jedoch nicht über einen längeren Zeitraum und nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen.

Durchfall

Bei Durchfall kann kurzzeitig der Wirkstoff Loperamid zum Einsatz kommen – er hemmt die Darmbewegung. Sie sollten Loperamid ohne ärztliche Anweisung nicht länger als zwei Tage einnehmen. Auch Wirkstoffe wie Cholestyramin, Probiotika, lösliche Ballaststoffe und Pflanzenpräparate können hilfreich sein.

Bauchschmerzen und Krämpfe

Bei Reizdarm-Symptomen wie Bauchschmerzen und Krämpfen kommen verschiedene Medikamente für die Therapie infrage:

Medikamente, welche die Psyche beeinflussen (Psychopharmaka: Antidepressiva und Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer), kommen zum Einsatz, wenn neben dem Reizdarm eine psychische Erkrankung besteht. In Einzelfällen eignen sie sich auch, um starke Schmerzen zu therapieren.

Wichtig: Antidepressiva sollten Sie nur in Rücksprache mit einem Psychiater oder Psychotherapeuten und dem Arzt einnehmen. Das gilt auch für pflanzliche Psychopharmaka, wie das in bestimmten Dosierungen nicht verschreibungspflichtige Johanniskraut.

Blähungen

Gegen Blähungen und Spannungsgefühl im Darm helfen Probiotika und das örtlich angewendete Antibiotikum Rifaximin. Zudem bessert häufig die Behandlung eines bestehenden Durchfalls oder einer Verstopfung gleichzeitig auch die Blähungen.

Milchsäurebakterien: Sie können versuchen, Ihre Darmflora aufzubauen. Dazu eignen sich Medikamente, die Aktivkulturen von Milchsäurebakterien enthalten, insbesondere die Stämme Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus rhamnosus und Bifidobacterium.

Psychische Unterstützung

Bei manchen Menschen treten die Beschwerden des Reizdarmsyndroms verstärkt auf, wenn sie Stress haben oder Konflikte durchleben. In diesen Fällen sind Schritte sinnvoll, die an der Psyche ansetzen.

Das Bild zeigt ein Paar, das Fahrrad fährt. © Jupiterimages/Creatas Images

Bauen Sie Stress ab – zum Beispiel durch Bewegung!

Sie können zunächst selbst versuchen, Ihren alltäglichen Stress abzubauen. Sorgen Sie für einen regelmäßigen Tagesablauf, täglich ausreichend körperliche Bewegung (z.B. Laufen, Fahrradfahren, Gymnastik, Schwimmen) und eine ausgeglichene Freizeitgestaltung.

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Ergänzend können Entspannungsübungen wie zum Beispiel autogenes Training oder Meditation helfen. Auch eine gezielte psychotherapeutische Unterstützung (z.B. psychoanalytische Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie, Hypnose) kann beim Reizdarmsyndrom wirken.

Eine Psychotherapie empfiehlt sich vor allem, wenn

  • zusätzlich zum Reizdarm psychische Störungen vorliegen,
  • die Beschwerden schon sehr lange bestehen oder
  • Sie stark unter den Beschwerden leiden.

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