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Reisedurchfall (Reisediarrhö)

Reisedurchfall (Reisediarrhö): Therapie

Stand: 31. Januar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Durchfall entzieht dem Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe. Bei Reisedurchfall (Reisediarrhö) sollten Sie daher umgehend Gegenmaßnahmen ergreifen. Besonders Kindern, abwehrgeschwächten oder älteren Menschen drohen ohne eine sofortige Therapie ernsthafte Kreislaufprobleme.

Elektrolytersatz

In harmlosen Fällen lässt sich der Flüssigkeitsverlust durch Elektrolyt-Pulver oder fertige Elektrolyt-Lösungen aus der Apotheke ausgleichen (Wirkstoff Dinatriumhydrogencitrat). Sie enthalten unter anderem Glukose (Traubenzucker), Natriumchlorid (Kochsalz) und Kaliumchlorid. Das Pulver kann in abgekochtem Wasser aufgelöst werden. Jede Stunde sollte ein Viertel Liter der Lösung getrunken werden. Ein heller Urin weist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hin. Trinkt der Erkrankte zu wenig, ist der Urin tief gelb gefärbt.

Gibt es im Reiseland keine Elektrolyt-Pulver zu kaufen, lässt sich eine Lösung auch selbst herstellen. Dabei kommen auf einen Liter abgekochtes Wasser:

  • fünf gestrichene Esslöffel Zucker
  • ein bis zwei gestrichene Esslöffel Salz und
  • ein Glas Orangensaft

Leicht verdauliche Speisen

Da fettige schwere Speisen den Durchfall verschlimmern können, ist auf eine bekömmliche Diät zu achten. In den ersten zwei Tagen sollte sich der Reisende mit dünnen Brühen, Salzstangen, geriebenen Äpfeln und Zwieback begnügen. Am dritten Tag können auch Reis oder Kartoffeln auf dem Speiseplan stehen. Ab Tag vier ist ein langsamer Übergang zu normaler Kost möglich. Kinder unter zwei Jahren sollten während des Durchfalls spezielle Nahrung aus der Apotheke oder Drogerie bekommen.

Arzneimittel

Medikamente, die den Durchfall stoppen, sind nur kurzfristig einzusetzen, etwa um eine Busfahrt zu überstehen. Die Loperamid enthaltenden Mittel unterdrücken zwar vorübergehend den Durchfall, indem sie die Darmbewegung verlangsamen. Dadurch können sich jedoch die verursachenden Krankheitserreger im Darm vermehren, was bei längerer Einnahme die Beschwerden verschlimmern kann. Medizinische Kohle und pektinhaltige Medikamente dagegen nehmen die Keime im Darm auf und helfen, diese schnell aus dem Körper zu befördern. Pektin ist auch in geriebenen Äpfeln enthalten.

Tritt trotz der genannten Maßnahmen nach zwei bis drei Tagen keine Besserung ein, ist ein Arzt aufzusuchen. Bei Bakterieninfektionen wird er ein Antibiotikum verschreiben.

Weiterlesen: Reisedurchfall (Reisediarrhö): Verlauf

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