Refluxkrankheit: Verlauf

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (07. August 2015)

Die gastroösophageale Refluxkrankheit zeigt unbehandelt meist einen gleichbleibenden Verlauf: In über 95 Prozent der Fälle nimmt ihr Ausmaß über viele Jahre nicht zu.

Meistens hat die gastroösophageale Refluxkrankheit eine günstige Prognose: Bei schätzungsweise 60 Prozent der Menschen mit Refluxsymptomen verläuft sie als nicht-erosive Form (engl.: Non-Erosive Reflux Disease = NERD) ohne Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis). Das Wohlbefinden ist allerdings durch die Refluxbeschwerden häufig stark gestört – unabhängig davon, wie stark die Symptome sind. Die Lebensqualität der Betroffenen ist somit erheblich gemindert. Solche belastenden Phasen können sich mit Phasen völliger Beschwerdefreiheit abwechseln. Unbehandelt verschwinden die Refluxsymptome sehr selten völlig und dauerhaft.

Wer vorübergehend Medikamente gegen den Reflux einnimmt und seine Ernährung gezielt umstellt, kann aber mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern, dass die gastroösophageale Refluxkrankheit im weiteren Verlauf eine dauerhafte Speiseröhrenentzündung verursacht.

Entwickelt sich doch eine gastroösophageale Refluxkrankheit mit Speiseröhrenentzündung – also eine Refluxösophagitis (engl.: Erosive Reflux Disease = ERD) – ist die Behandlung oft langwierig. Je stärker die Schleimhaut geschädigt ist, desto geringer sind die Erfolgsaussichten einer medikamentösen oder chirurgischen Behandlung.

Komplikationen

Die gastroösophageale Refluxkrankheit kann im weiteren Verlauf verschiedene Komplikationen nach sich ziehen. So können fortbestehende Entzündungsreaktionen dazu führen, dass sich Geschwüre (Ulzera) bilden und die Schleimhaut vernarbt. Langfristig verengt sich dadurch die Speiseröhre (sog. Ösophagusstenose), was die Nahrungsaufnahme erschwert. Im extremen Spätstadium kann die Speiseröhre so stark verengt sein, dass die Betroffenen keine Nahrung mehr aufnehmen können.

In den durch die Refluxkrankheit geschädigten Bereichen der Schleimhaut kommt es zu Blutungen, die in den meisten Fällen unbemerkt bleiben. Gelegentlich führen sie zu Bluterbrechen (Hämatemesis). Häufige Blutungen können zu einer Blutarmut (Anämie) führen.

Des Weiteren kann die gastroösophageale Refluxkrankheit über eine chronische Schleimhautschädigung das Gewebe so verändern, dass ein Barrett-Syndrom entsteht: Bei dieser Form der Refluxerkranklung hat ein anderes, für die Speiseröhre untypisches Gewebe das ursprüngliche Schleimhautgewebe ersetzt. Das Barrett-Syndrom bedeutet ein erhöhtes Risiko dafür,  dass sich als Komplikation ein bösartiger Tumor – ein Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) – bildet.

In seltenen Fällen kann die gastroösophageale Refluxkrankheit zudem Komplikationen der Atemwege verursachen: Die möglichen Folgen von Reflux sind chronischer Husten, Asthma oder Kehlkopfentzündungen. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen der Refluxerkrankung und den Atemwegserkrankungen schwer festzustellen, da manchmal typische Refluxsymptome fehlen und außerdem viele andere Ursachen dahinterstecken können.


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