Refluxkrankheit: Ursachen

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (07. August 2015)

Die gastroösophageale Refluxkrankheit hat vor allem zwei Ursachen: Der untere Schließmuskel der Speiseröhre (sog. Ösophagussphinkter) funktioniert nicht richtig und die Beweglichkeit der Speiseröhre ist herabgesetzt. Beides kann aus unbekannten Gründen (bzw. primär) oder als Folge verschiedener Störungen (d.h. sekundär) auftreten.

Normalerweise sorgt der Ruhedruck des unteren Schließmuskels der Speiseröhre dafür, dass der Mageneingang verschlossen ist und sein Inhalt nicht in die Speiseröhre zurückfließen kann. Der Schließmuskel erschlafft nur beim Schlucken und vorübergehend auch außerhalb von Schluckvorgängen, um verschluckte Luft aufzustoßen. Ist seine Funktion gestört, entsteht ein gesteigerter Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre (sog. gastroösophagealer Reflux). Im Normalfall kommt die Schleimhaut dort aber nur kurz mit dem Magensaft in Kontakt, weil sich die Speiseröhre durch ihre Eigenbewegung (sog. Peristaltik) selbst reinigt. Eine herabgesetzte Peristaltik macht diesen Selbstreinigungsmechanismus jedoch unwirksam und verlängert die Kontaktdauer, was die Schleimhaut schädigen kann: So entsteht das für die gastroösophageale Refluxkrankheit typische Sodbrennen.

Typische Ursache für die gastroösophageale Refluxkrankheit ist eine Funktionsstörung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre (Ösophagussphinkter).

Typisch für die primäre gastroösophageale Refluxkrankheit ist, dass der untere Speiseröhrenschließmuskel ohne erkennbare Ursachen öfter und länger erschlafft als bei gesunden Menschen. Möglicherweise ist diese Fehlfunktion durch eine Lücke im Zwerchfell (sog. Zwerchfellbruch bzw. Hiatushernie) bedingt: Im Normalfall liegt die Speiseröhre oberhalb und der Magen unterhalb des Zwerchfells. Durch den Zwerchfellbruch rutschen Teile des Magens in den Brustraum; die Abdichtung zwischen Speiseröhre und Magen ist beeinträchtigt. Da jedoch nahezu alle Menschen mit Refluxerkrankung einen Zwerchfellbruch haben, aber umgekehrt nur bei wenigen Menschen mit Zwerchfellbruch Refluxbeschwerden auftreten, ist noch unklar, welche Rolle der Zwerchfellbruch bei der Entstehung der Erkrankung spielt.

Bei einigen wenigen Menschen reagiert die Speiseröhre auch besonders empfindlich auf den Kontakt mit Magensaft, sodass es unabhängig von organischen Funktionsstörungen oder krankhaftem Reflux zu Refluxbeschwerden kommen kann: Dann ist eine veränderte Schmerzwahrnehmung für die gastroösophageale Refluxkrankheit verantwortlich.

Bekannte Risikofaktoren für die gastroösophageale Refluxkrankheit sind bestimmte Speisen und Genussmittel – wie fetthaltige Nahrungsmittel (z.B. Schokolade), scharfe Gewürze, Pfefferminze, Kaffee, Alkohol und Nikotin – sowie seelische Faktoren (wie Stress und Ärger): Diese Faktoren beeinflussen die Funktion des Speiseröhrenschließmuskels und begünstigen somit den gastroösophaglealen Reflux. Zudem können sich die Refluxbeschwerden durch bestimmte Medikamente verstärken – dazu gehören:

Weitere Risikofaktoren für die gastroösophageale Refluxkrankheit sind eine Schwangerschaft und Übergewicht (Adipositas). Allgemein gilt: Je höher das Körpergewicht, desto häufiger treten Refluxbeschwerden auf. Dabei hat die Refluxkrankheit ihre Ursachen darin, dass der erhöhte Druck im Magen den unteren Speiseröhrenschließmuskel überfordert. Bei Schwangeren kommt hinzu, dass bestimmte Hormone die Beweglichkeit der Speiseröhre beeinflussen.

Die sekundäre gastroösophageale Refluxkrankheit kann durch Erkrankungen oder operative Eingriffe entstehen, die sich auf Speiseröhre oder Magen auswirken: So können zum Beispiel das Zollinger-Ellison-Syndrom (gesteigerte Säurebildung im Magen durch krankhafte Überproduktion des Hormons Gastrin), eine Sklerodermie, eine Muskelschwäche sowie verschiedene Speiseröhren- und Magenoperationen für Refluxbeschwerden verantwortlich sein. Zudem kann eine Frühgeburt zu Reflux beim Baby führen, weil dessen Schließmuskel zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht ausgereift ist.


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