Refluxkrankheit: Anti-Reflux-Operation

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (07. August 2015)

Wenn gegen die gastroösophageale Refluxkrankheit eine medikamentöse Therapie nicht ausreicht, kann eine Anti-Reflux-Operation weiterhelfen: die sogenannte Fundoplicatio. Die Operation kommt aber nur unter bestimmten Voraussetzungen infrage – zum Beispiel: 

  • wenn eine langfristige Therapie nötig ist,
  • weil nachweislich ein krankhaft gesteigerter Rückfluss (Reflux) von Magensaft in die Speiseröhre vorliegt,
  • hartnäckige Beschwerden die Lebensqualität stark beeinträchtigen
  • und diese Beschwerden zweifelsfrei durch den Reflux bedingt sind.

So kann die operative Therapie beispielsweise sinnvoll sein, wenn es durch die gastroösophageale Refluxkrankheit wiederholt zur Speiseröhrenentzündung (Refluxösophagitis) kommt und sich dadurch Vernarbungen bilden, die die Speiseröhre verengen (sog. Ösophagusstenose). Ziel der Anti-Reflux-Operation ist es, die Beweglichkeit der Speiseröhre zu unterstützen und die Schließfunktion des unteren Endes der Speiseröhre zu verbessern. Wenn Sie einen Zwerchfellbruch (sog. Hiatushernie) haben, kann der Operateur diesen gleich mitbehandeln.

In der Regel findet die Anti-Reflux-Operation im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) statt – sie ist also ein sogenannter minimal-invasiver Eingriff.

Langfristig hat die operativ behandelte gastroösophageale Refluxkrankheit eine gute Prognose: Auch fünf Jahre nach der Anti-Reflux-Operation sind meist keine Beschwerden mehr vorhanden. Damit ist die Fundoplicatio ähnlich erfolgreich wie die Therapie mit Protonenpumpenhemmern. Manchmal sind allerdings nach dem Eingriff immer noch Medikamente gegen Refluxbeschwerden nötig. Und da die Operation ein relativ hohes Komplikationsrisiko hat (wie Magendurchbruch, starke Gasbildung, Blähungen und Durchfall), operieren Ärzte bei einer Refluxerkrankung nur in Einzelfällen.

Wenn sich die gastroösophageale Refluxkrankheit nach der Anti-Reflux-Operation erneut durch Reflux bemerkbar macht, bekommen Sie zur Therapie zunächst wieder Protonenpumpenhemmer.


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