Refluxkrankheit: Therapie

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (07. August 2015)

Gegen die gastroösophageale Refluxkrankheit stehen zur Therapie wirksame Medikamente zur Verfügung. Daneben können Sie auch einiges selbst tun, um die Refluxbeschwerden zu lindern.

Oft hilft es bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit schon, die Ernährung entsprechend anzupassen. In erster Linie bedeutet das, grundsätzlich Speisen und Getränke zu vermeiden, die Sie erfahrungsgemäß nicht gut vertragen: Bei vielen Menschen sind dies zum Beispiel fetthaltige Speisen, Schokolade, scharfe Gewürze, kohlensäurehaltige Getränke, Kaffee oder Alkohol. Mit Brot und Haferflocken hingegen können Sie gelegentliches Sodbrennen verbessern. Besonders wichtig ist es auch, vor dem Schlafengehen keine größeren Mahlzeiten zu sich zu nehmen.

Beträgt die Zeitspanne zwischen Abendessen und Schlafengehen weniger als drei Stunden, ist das Risiko für eine gastroösophageale Refluxkrankheit deutlich erhöht.

Des Weiteren empfiehlt es sich, das Kopfende beim Schlafen hochzustellen, um den Rückfluss des Magensafts zu erschweren – zum Beispiel mit einem Anti-Reflux-Kissen in Keilform. Achten Sie auch darauf, dass Sie genug Schlaf bekommen, um die gastroösophageale Refluxkrankheit nicht zu verschlimmern: Starker Schlafmangel kann die Schleimhaut ihrer Speiseröhre empfindlicher für den sauren Magensaft machen. Wenn Sie Übergewicht haben, können Sie zudem den Rückfluss von Magensäure reduzieren, indem Sie abnehmen

Medikamente

Die gegen die gastroösophageale Refluxkrankheit eingesetzten Medikamente sollen in der Regel die Bildung der Magensäure hemmen: Zur Therapie bekommen Sie zunächst sogenannte Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol, EsomeprazolPantoprazol). Die Dauer dieser Akuttherapie und die Dosierung der Medikamente hängen von der Form Ihrer Refluxerkrankung ab. Meistens dauert die Behandlung vier Wochen.

Am besten wirken die Mittel, wenn Sie sie etwa eine halbe Stunde vor einer größeren Mahlzeit einnehmen.

In der Regel ist es sinnvoll, im Anschluss an die Akuttherapie – sobald die Refluxsymptome beherrschbar sind – mit einer Langzeitbehandlung zu beginnen. Diese besteht meist darin, die Protonenpumpenhemmer in niedrigerer Dosis weiter einzunehmen. Wenn sich die gastroösophageale Refluxkrankheit dadurch nicht wieder verschlimmert, kann man versuchen, die Therapie ganz zu beenden. Tritt dann erneut Reflux mit Beschwerden auf, können Sie die Medikamente wieder niedrig dosiert auf Dauer oder bei Bedarf einnehmen.

Alternativ können zur Langzeitbehandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit auch H2-Rezeptorenblocker (wie Ranitidin) zum Einsatz kommen. Allerdings kann es passieren, dass Sie nach wiederholter Einnahme nicht mehr auf das Medikament ansprechen. Auch sogenannte Antazida, welche die bereits vorhandene Magensäure neutralisieren, sind bei der Refluxkrankheit zur Therapie weniger empfehlenswert, denn: Wer Antazida längerfristig einnimmt, muss damit rechnen, dass der Magen als Reaktion auf die Mittel nach einiger Zeit seine Säureproduktion steigert.

Wenn Ihr Arzt vermutet oder festgestellt hat, dass Sie einen hypersensitiven Ösophagus oder funktionelle Refluxbeschwerden haben, bieten sich zur Therapie auch trizyklische Antidepressiva (TAD) und selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) an: Diese Medikamente wirken gegen die gastroösophageale Refluxkrankheit, indem sie die Empfindlichkeit der Speiseröhrenschleimhaut verringern. Die Mittel können allein oder zusammen mit einem Protonenpumpenhemmer zum Einsatz kommen.

In den meisten Fällen lässt sich die gastroösophageale Refluxkrankheit durch Medikamente erfolgreich behandeln. Wer aber trotz langfristiger Therapie weiterhin wegen Refluxbeschwerden stark beeinträchtigt ist oder keine Protonenpumpenhemmer verträgt und nachweislich einen krankhaft gesteigerten Reflux infolge organischer Veränderungen oder Funktionsstörungen hat, für den kann eine Operation in Betracht kommen.

Reflux beim Baby und Kleinkind

Für Kinder und Jugendliche über zwölf Jahre ist gegen eine gastroösophageale Refluxkrankheit dieselbe Therapie geeignet wie für Erwachsene. Wenn Reflux bei jüngeren Kindern – vor allem beim Baby oder Kleinkind – auftritt, ist in der Behandlung aber einiges zu beachten:

  • Bei reinem Verdacht auf eine gastroösophageale Refluxkrankheit bekommen Kinder keine Protonenpumpenhemmer.
  • Ein nachweislich krankhaft saurer gastroösophagealer Reflux bei Kindern lässt sich aber mit einem Protonenpumpenhemmer behandeln. Dabei können Kinder höhere Wirkstoffmengen pro Kilogramm Körpergewicht benötigen als Erwachsene.
  • Andere Medikamente (wie H2-Rezeptorenblocker, Antazida) sollten bei Kindern nicht als Erstes gegen die Refluxkrankheit zum Einsatz kommen.
  • Es gibt keine Empfehlungen für eine besondere Diät, um Reflux bei Kindern unter einem Jahr zu behandeln.
  • Wenn Ihr Baby Reflux hat und Flaschennahrung bekommt, können Sie aber bei Verdacht auf eine Kuhmilchallergie versuchen, ob sich die Symptome bessern, wenn Sie zwei bis vier Wochen lang hydrolysierte Formula-Nahrung verfüttern.
  • Bei Kindern über einem Jahr können sich die Refluxsymptome durch Bauchlagerung bessern. Achtung: Babys im ersten Lebensjahr aber nur in Rückenlage schlafen legen (weil sonst ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod besteht).

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