Refluxkrankheit: Diagnose

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (07. August 2015)

Bei Verdacht auf eine gastroösophageale Refluxkrankheit erfolgt die Diagnose in erster Linie anhand des Hauptsymptoms:

Wenn Sodbrennen als Symptom überwiegt, liegt mit einer Wahrscheinlichkeit von über 75 Prozent eine gastroösophageale Refluxkrankheit vor.

Deuten Refluxbeschwerden auf eine gastroösophageale Refluxkrankheit hin, kann der Arzt bei Erwachsenen zunächst auf jede weitere Diagnostik verzichten und versuchsweise eine Behandlung mit bestimmten Medikamenten (sog. Protonenpumpenhemmer) beginnen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass keine Alarmsymptome für eine schwerwiegendere Störung vorliegen – dazu gehören:

Wenn jedoch solche Anzeichen auftreten, wenn die Symptome nicht eindeutig für eine gastroösophageale Refluxkrankheit sprechen, wenn Refluxbeschwerden schon mehrere Jahre lang bestehen oder wenn sie nicht ausreichend auf die Behandlung ansprechen, sind weitere Untersuchungen ratsam.

Als Standarduntersuchung kommt dann eine Spiegelung (bzw. Endoskopie) der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms (sog. Ösophago-Gastro-Duodendoskopie) zum Einsatz: Dabei kann der Arzt feststellen, ob und in welchem Ausmaß die Schleimhaut entzündet ist. Ist aus medizinischen Gründen keine Speiseröhrenspiegelung möglich, lässt sich durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) prüfen, ob die gastroösophageale Refluxkrankheit eine entzündliche Veränderung der Speiseröhre verursacht hat.

Um die gastroösophageale Refluxkrankheit sicher nachzuweisen, bietet sich auch eine 24-Stunden-pH-Metrie an: Diese Untersuchung besteht darin, den Säuregehalt (pH-Wert) der unteren Speiseröhre 24 Stunden lang ständig zu messen. So kann der Arzt am besten nachweisen, ob und wie viel Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Das Verfahren ist vor allem hilfreich, ...

  • um den Verdacht auf Auswirkungen der Refluxerkrankung außerhalb der Speiseröhre (sog. extraösophageale Manifestationen) abzuklären und
  • um einzugrenzen, ob eine überempfindliche Speiseröhre (bzw. hypersensitiver Ösophagus) oder funktionelle Refluxbeschwerden vorliegen.

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