Refluxkrankheit: Definition

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (07. August 2015)

Eine gastroösophageale Refluxkrankheit (engl.: Gastroesophageal Reflux Disease, GERD) besteht, wenn ein Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre (bzw. gastroösophagealer Reflux) störende Symptome und / oder organische Komplikationen verursacht:

  • gastro = den Magen (griech. gaster) betreffend
  • ösophageal = die Speiseröhre (Ösophagus) betreffend
  • Reflux = Rückfluss (lat. refluere = zurückfließen)

Diese Definition der gastroösophagealen Refluxkrankheit ist unabhängig davon, ...

  • ob Magensaft nur gelegentlich in die Speiseröhre zurückfließt (was besonders tagsüber passiert und völlig normal ist) oder
  • ob gastroösophagealer Reflux krankhaft häufiger – vor allem im Liegen – auftritt, sodass der Mageninhalt über längere Zeit mit der Schleimhaut in Kontakt kommt und (v.a. wegen der im Magensaft enthaltenen Salzsäure) die Schleimhaut schädigen kann.

Als gastroösophageale Refluxkrankheit gelten demnach auch:

  • ein hypersensitiver Ösophagus, bei dem eine überempfindliche (= hypersentitive) Speiseröhre dazu führt, dass sich die Betroffenen durch refluxbedingtes Sodbrennen beeinträchtigt fühlen, obwohl die Refluxmenge nicht krankhaft gesteigert ist, sowie
  • funktionelle Refluxbeschwerden, das heißt die Betroffenen verspüren Sodbrennen, obwohl weder ein krankhaft gesteigerter Reflux vorliegt noch eine zeitliche Verbindung zwischen den Beschwerden und dem normalen Reflux besteht.

Die gastroösophageale Refluxkrankheit kann in den folgenden verschiedenen Formen auftreten:

  • Refluxösophagitis (engl.: Erosive Reflux Disease, ERD): Dies ist eine gastroösophageale Refluxkrankheit mit Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis), die infolge des Rückflusses entstanden ist.
  • Nicht-erosive Refluxkrankheit (engl.: Non-Erosive Reflux Disease, NERD): Hier verläuft die Refluxerkrankung ohne Speiseröhrenentzündung, beeinträchtigt aber trotzdem die Lebensqualität durch Beschwerden wie Sodbrennen und saures Aufstoßen.
  • Barrett-Syndrom: Hierbei ist die Speiseröhrenschleimhaut infolge einer chronischen Speiseröhrenentzündung dauerhaft verändert, was als Vorstufe für Speiseröhrenkrebs gilt.
  • Extraösophageale Manifestationen: Die gastroösophageale Refluxkrankheit kann sich nicht nur innerhalb der Speiseröhre auswirken (in Form von Entzündungen, Verengungen und dauerhaften Schleimhautveränderungen), sondern auch außerhalb der Speiseröhre Komplikationen verursachen – dazu gehören: chronischer Husten, Asthma, Kehlkopfentzündung oder auch Zahnschäden.
Ein sogenannter "stiller Reflux" liegt vor, wenn die gastroösophageale Refluxkrankheit wegen fehlender Refluxbeschwerden unbemerkt bleibt.

Häufigkeit

Die gastroösophageale Refluxkrankheit ist in den westlichen Industrieländern häufig: Rund 15 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. In den meisten Fällen (über 50%) handelt es sich um eine Refluxerkrankung ohne Speiseröhrenentzündung.

In dieser nicht-erosiven Form tritt die gastroösophageale Refluxkrankheit bei Frauen mit größerer Häufigkeit auf als bei Männern. Gleiches gilt für funktionelle Refluxbeschwerden. Hingegen sind Männer öfter von der Refluxösophagitis und vom Barrett-Syndrom betroffen als Frauen.


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