Reaktive Arthritis, Reiter-Syndrom: Verlauf

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (17. Februar 2017)

Eine reaktive Arthritis kann (ebenso wie ihre Sonderform, das Reiter-Syndrom) einen unterschiedlichen Verlauf nehmen. Oft nimmt die Erkrankung einen langwierigeren Verlauf als der ursprünglich zugrunde liegende Infekt. In etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle heilt eine reaktive Arthritis jedoch innerhalb eines Jahres weitestgehend aus, durchschnittlich dauert der Heilungsprozess etwa sechs Monate. Chronische Verlaufsformen treten bei etwa 10 bis 20 Prozent der Fälle auf.

Bei etwa 20 bis 40 Prozent der Menschen, die einmal eine reaktive Arthritis hatten, entwickeln sich später Rückfälle oder andere Gelenkprobleme (z.B. chronische Arthritiden, Gelenkschmerzen, Sehnenschmerzen). Dabei haben sowohl Betroffene mit dem HLA-B27-Merkmal als auch Betroffene mit Reiter-Syndrom generell ein höheres Risiko für einen chronischen Verlauf sowie für Rückfälle oder das spätere Auftreten weiterer gelenkbezogener Probleme. Nach einer reaktiven Arthritis scheint außerdem teilweise eine Art Wetterfühligkeit in den Gelenken zurückzubleiben.

Komplikationen

Zu Komplikationen kann es kommen, wenn die Gelenkentzündung die Gelenkfunktion dauerhaft beeinträchtigt oder diese zerstört. Wenn eine möglicherweise vorhandene Bindehautentzündung auf angrenzende Augenstrukturen übergreift, kann unbehandelt die Sehkraft darunter leiden.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst