Reaktive Arthritis, Reiter-Syndrom: Diagnose

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (17. Februar 2017)

Besteht der Verdacht auf eine reaktive Arthritis beziehungsweise auf die Sonderform Reiter-Syndrom (Reiter-Krankheit, Morbus Reiter), muss der Arzt die Diagnose mithilfe verschiedener Untersuchungen und Tests sichern. Hierfür befragt der Arzt den Betroffenen zunächst nach dessen Beschwerden und untersucht ihn körperlich. Außerdem nimmt er in der Regel Blut ab und nimmt gegebenenfalls auch eine Stuhl- und Urinprobe.

Treten beim Erkrankten quasi zeitgleich eine Gelenkentzündung, eine Harnröhrenentzündung und eine Augenentzündung sowie unter Umständen Hautveränderungen auf, spricht vieles für ein Reiter-Syndrom.

Deuten die Symptome und die Krankengeschichte des Betroffenen darauf hin, dass es sich um eine reaktive Arthritis handelt, muss der Arzt abklären, ob der Betroffene gerade eine bakterielle Infektion durchmacht oder durchgemacht hat. Um herauszufinden, um welchen Erreger es sich handelt, können zum Beispiel folgende Untersuchungen helfen:

Durch Blutuntersuchungen lässt sich feststellen, ob weitere Hinweise auf eine reaktive Arthritis beziehungsweise das Reiter-Syndrom vorliegen, wie zum Beispiel:

  • HLA-B27: Der genetische Marker HLA-B27 kommt bei Personen mit reaktiver Arthritis häufig im Blut vor.
  • Entzündungsmarker: Bestimmte Entzündungsmarker weisen auf entzündliche Reaktionen im Körper hin, z.B.
  • fehlende Rheumafaktoren: Typisch für eine reaktive Arthritis ist, dass in der Regel keine Rheumafaktoren vorliegen.

Um das Ausmaß der Gelenkentzündung festzustellen, können bildgebende Untersuchungsmethoden sinnvoll sein, wie zum Beispiel:

Anhand der Beschwerden, der Krankengeschichte und der Untersuchungsergebnisse kann der behandelnde Arzt recht eindeutig auf eine reaktive Arthritis oder ein Reiter-Syndrom schließen. Ein wichtiger Diagnose-Schritt ist aber auch, andere Gelenkerkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis oder Borreliose) durch geeignete Untersuchungen auszuschließen.


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