Reaktive Arthritis, Reiter-Syndrom: Was ist das?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (17. Februar 2017)

Eine reaktive Arthritis (auch: postinfektiöse Arthritis) kann als Folge einer bakteriellen Infektion, wie einem Darminfekt oder einer Infektion der Harnwege und Geschlechtsorgane, zu Gelenkentzündungen führen. Im Verlauf der Erkrankung sind außer Gelenken häufig auch weitere Körperbereiche von entzündlichen Prozessen betroffen.

Sonderform Reiter-Syndrom

Das Reiter-Syndrom (Reiter-Krankheit, Morbus Reiter) ist eine Sonderform der reaktiven Arthritis, bei der typischerweise Symptome in drei Körperbereichen auftreten. Diese sogenannte Reiter-Trias (Trias = Dreiheit) besteht aus:

Da beim Reiter-Syndrom nicht nur die Gelenke betroffen sind, sprechen Mediziner auch von einer reaktiven Arthritis mit extraartikulärer Beteiligung (extraartikulär = außerhalb eines Gelenks gelegen).

Schon gewusst?
Die Bezeichnung "Reiter-Syndrom" geht auf den Berliner Bakteriologen Hans Reiter (1881-1969) zurück. Aufgrund seiner aktiven Beteiligung am Nationalsozialismus gilt die Benennung nach ihm heute als umstritten.

Häufigkeit

In Deutschland sind etwa 40 von 100.000 Einwohnern von einer reaktiven Arthritis betroffen, Männern und Frauen gleichermaßen. Allerdings ist anzunehmen, dass die Dunkelziffer höher liegt. Die meisten Patienten sind zum Zeitpunkt der Erkrankung jünger als 40 Jahre.

Statistisch gesehen erkranken bei bestimmten bakteriellen Infektionen des Magen-Darm-Trakts oder der Harnwege und Geschlechtsorgane etwa zwei bis drei Prozent aller Betroffenen später an einer reaktiven Arthritis. Oft handelt es sich dabei um einen Infekt mit einem der folgenden Erreger:


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst