Radiusfraktur (Speichenbruch)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (31. Oktober 2014)

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Eine Radiusfraktur (Speichenbruch) entsteht häufig, wenn man versucht, sich bei einem Sturz mit der Hand abzufangen. Meistens bricht die Speiche (Radius) nahe am Handgelenk. Diese sogenannte distale Radiusfraktur ist die häufigste Fraktur des Menschen überhaupt.

Die proximale Radiusfraktur – also ein Speichenbruch nahe am Ellenbogen – ist selten. Eine distale Fraktur des Radius kann je nach Unfallhergang in unterschiedlicher Form auftreten. Am häufigsten sind die Colles-Fraktur und die Smith-Fraktur:

  • Die Colles-Fraktur entsteht durch einen Sturz auf die ausgestreckte Hand. Diese auch als Extensionsfraktur bezeichnete distale Radiusfraktur stellt die typische Bruchstelle (= loco typico) bei Radiusfrakturen dar: In fast 90 Prozent der Fälle ist die Speiche so gebrochen.
  • Die seltenere Smith-Fraktur entsteht durch einen Sturz auf die gebeugte Hand. Diese Form von Speichenbruch nennt man auch Flexionsfraktur.

Video Frakturen Teil 1: Welche Arten von Knochenbrüchen gibt es?

Die Radiusfraktur ist vor allem bei Kindern und älteren Menschen häufig. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich: Bei Kindern entsteht schnell ein Unterarmbruch, wenn sie beim Spielen und Herumtoben stürzen. Bei älteren Menschen hingegen führt eher die verminderte Knochenstabilität bei einem Sturz schneller zu einem Speichenbruch. Zusätzlich begünstigende Faktoren sind Osteoporose (Knochenschwund) sowie Herzrhythmusstörungen oder Störungen der Gehirndurchblutung, die über Schwindel leicht zu Stürzen und damit zu Radiusfrakturen führen können.

Als Symptome einer Radiusfraktur treten meist Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Haltungsveränderungen auf. Mitunter kommt es begleitend zum Speichenbruch zu Sensibilitätsstörungen der Hand oder der Finger. Nach einer schweren Gewalteinwirkung können auch Haut und Muskulatur der Hand durch herausragende Knochenenden verletzt sein.

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Im Röntgenbild ist die Radiusfraktur genau zu erkennen. Ihre Therapie hat zum Ziel, die normale Beweglichkeit der Hand wiederherzustellen. Haben sich bei dem Bruch die Knochenenden verschoben (sog. dislozierte Radiusfraktur: Dislokation = Verschiebung der Bruchenden), richtet der Arzt die Speiche unter Röntgenkontrolle. Um den gebrochenen Arm ruhig zu stellen, erhalten die Betroffenen einen Gipsverband. Reicht dies nicht aus, um den Bruch zu stabilisieren, macht die Radiusfraktur eine Operation erforderlich. Die Prognose der Speichenbruch ist in der Regel gut, hängt jedoch vom Ausmaß der Verletzungen ab.


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