Radiusfraktur (Speichenbruch): Operation

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (31. Oktober 2014)

Eine instabile Radiusfraktur (Speichenbruch) macht zur Therapie eine Operation nötig, denn: Bei einer instabilen Radiusfraktur ist zu erwarten, dass sich die Knochenbruchstücke wieder verschieben, nachdem man sie in ihre ursprüngliche Stellung gebracht hat. Ein Gipsverband reicht bei einem instabilen Radiusbruch also nicht aus. In der Regel trifft dies auf alle Radiusfrakturen mit Gelenkbeteiligung zu. Auch ein Trümmerbruch oder eine offene Radiusfraktur erfordern eine operative Behandlung.

Die Operation der Radiusfraktur findet unter Narkose oder örtlicher Betäubung statt: Sobald diese wirkt, schiebt der Arzt die Knochenbruchstücke in ihre natürliche Stellung zurück (sog. manuelle Reposition der Radiusfraktur). Anschließend stabilisiert der Arzt die reponierten Knochenbruchstücke. Wie diese Stabilisierung geschieht, ist je nach Art von Speichenbruch unterschiedlich:

Drahtfixierung

Bei einer Radiusfraktur kann eine Drahtfixierung zum Einsatz kommen, um den Knochen in der Operation zu stabilisieren: Dann setzt der Arzt über der Speiche einen kleinen Hautschnitt, durch den er sogenannte Kirschner-Drähte einbohrt, welche die Knochenbruchstücke fixieren. Nach dieser Drahtfixierung bekommen Sie einen Gipsverband, um den Unterarm ruhig zu stellen. Etwa vier Wochen später kommt der Gips wieder weg; die Drahtfixierung bleibt aber zunächst weiter bestehen. Erst nach zwei weiteren Wochen entfernt der Arzt die Drähte (dazu erhalten Sie eine örtliche Betäubung).

Externer Fixateur

Wenn beim Speichenbruch mehrere Knochenbruchstücke zu stabilisieren sind (z.B. weil die Radiusfraktur ein sog. Trümmerbruch ist), ist zur Therapie ein externer Fixateur geeignet: Dieser hält die Knochenbruchstücke wie ein Gerüst von außen fest. Für die externe Fixation der Radiusfraktur bohrt der Arzt bei der Operation Metallstifte in den Mittelhandknochen des Zeigefingers und in den Radius oberhalb des Handgelenks. Ein solcher externer Fixateur gewährleistet in der Regel eine sichere Stabilisierung der gerichteten Radiusfraktur. Das Gestell müssen Sie etwa vier Wochen lang tragen, bevor der Arzt es (unter örtlicher Betäubung) entfernt.

Verschraubung (Schraubenosteosynthese)

Wenn bei einer Radiusfraktur der Griffelfortsatz der Speiche abgebrochen ist, verschraubt der Arzt die Knochenbruchstücke bei der Operation oft miteinander. Zusätzlich zu dieser Verschraubung (sog. Schraubenosteosynthese) führt der Operateur meist einen Draht zur Fixierung ein, der über längere Zeit an Ort und Stelle bleibt. Etwa eine Woche lang müssen Sie dann eine Gipsschiene tragen, um die Radiusfraktur ruhig zu stellen. Danach können Sie sofort mit der Physiotherapie für den gebrochenen Unterarm beginnen. Die Schrauben entfernt der Arzt wiederum nach etwa vier Wochen unter örtlicher Betäubung.

Metallplatten-Implantation (Plattenosteosynthese)

Unter bestimmten Umständen kann nur eine metallene Abstützplatte einen Speichenbruch exakt fixieren. Dies kann der Fall sein, wenn zur Stabilisierung der Radiusfraktur bereits eine Therapie stattgefunden hat und sich die Knochenbruchstücke nach der Operation in eine unnatürliche Stellung zurückgeschoben haben (sog. sekundäre Dislokation). Bei der Metallplatten-Implantation (bzw. Plattenosteosynthese) versucht der Operateur, die bei einer Radiusfraktur häufig eingestauchten Gelenkflächen wieder aufzurichten. Dafür ist meist zusätzliches Knochengewebe erforderlich (sog. Spongiosa): Dies entnimmt der Operateur über einen kleinen Hautschnitt aus dem Beckenkamm. Wenn die Abstützplatte ins Handgelenk eingelegt ist, erhalten Sie eine Gipsschiene, die Sie tragen, bis sich die Schwellung um die distale Radiusfraktur zurückgebildet hat (1-2 Wochen). Danach können Sie mit der Physiotherapie beginnen.


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