Radiusfraktur (Speichenbruch): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (31. Oktober 2014)

Bei Verdacht auf eine Radiusfraktur (Speichenbruch) ist es zur Diagnose zunächst notwendig, durch eine umfassende ärztliche Untersuchung das Ausmaß der sichtbaren Schäden zu klären. Dazu gehören mögliche Hautverletzungen, aber auch Schädigungen von Nerven und Gefäßen. Dabei untersucht der Arzt auch die angrenzenden Gelenke, um zu prüfen, ob womöglich eine begleitende Verrenkung (Luxation) vorliegt. Auch eine Beschreibung des Unfallhergangs kann darauf hinweisen, mit welcher Frakturform am ehesten zu rechnen ist.

Mithilfe einer Röntgenuntersuchung lässt sich die Radiusfraktur genau diagnostizieren. Hierbei nimmt man das Handgelenk in zwei Ebenen auf – von oben und von der Seite: So kann der Arzt beurteilen, welche Art von Speichenbruch vorliegt.

Um die geeignete Therapie der Radiusfraktur festlegen zu können, ist bei der Diagnose außerdem zu klären, ob der Bruch stabil ist (d.h. es liegen keine Bänderverletzungen vor) oder ob er instabil ist. Um den Speichenbruch einzuordnen, stehen verschiedene Klassifizierungssysteme zur Verfügung, die neben der Stellung der Hand beim Sturz (Colles- bzw. Smith-Fraktur) auch das Ausmaß der Beteiligung des Handgelenks an der Fraktur berücksichtigen. Ein Beispiel ist die AO-Klassifikation der Radiusfraktur:

AO-Klassifikation

Für die Behandlung einer Radiusfraktur (Speichenbruch) ist bei der Diagnose zu klären, in welchem Ausmaß das Gelenk zwischen der Speiche (Radius) und der Mittelhand geschädigt ist. Daher ordnet der Arzt die Fraktur mithilfe eines Klassifizierungsschemas ein. Vor allem im deutschsprachigen Raum ist die sogenannte AO-Klassifikation für handgelenksnahe (distale) Radiusfrakturen üblich (die Abkürzung steht für: Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthese). Bei der AO-Klassifikation der Radiusfraktur unterscheidet man folgende Frakturtypen anhand der jeweiligen Beteiligung des Handgelenks:

  • Typ A = extraartikuläre Fraktur: Eine distale Radiusfraktur vom Typ A reicht nicht in das Handgelenk. Die Knochenbruchstücke sind jedoch häufig (v.a. bei älteren Menschen) durch den Druck beim Sturz so zusammengestaucht, dass die Speiche verkürzt ist.
  • Typ B = partiell intraartikuläre Fraktur: Bei einer Radiusfraktur vom Typ B ist das Handgelenk teilweise betroffen oder der sogenannte Griffelfortsatz, der sich am Radiusknochen in der Nähe des Gelenks befindet (Processus styloideus radii), ist abgebrochen. Die Speiche trägt am Übergang zur Mittelhand sogenannte Gelenklippen. In seltenen Fällen können diese Gelenklippen entweder auf der Seite des Handrückens (dorsal) oder auf der Seite der Hohlhand (volar) abgebrochen sein.
  • Typ C = totale intraartikuläre Fraktur: Eine distale Radiusfraktur vom Typ C betrifft das ganze Handgelenk. Häufig ist der dabei entstandene Bruchspalt Y- oder T-förmig.

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