Radiusfraktur (Speichenbruch): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (31. Oktober 2014)

Die Radiusfraktur (zu Deutsch: Speichenbruch) ist ein Unterarmbruch, der nur einen der beiden Knochen im Unterarm betrifft: die Speiche (Radius). Der zweite Unterarmknochen heißt Elle (Ulna).
Elle und Speiche bilden die knöcherne Verbindung zwischen Hand- und Ellenbogengelenk. Dabei liegt die Elle an der Außenseite des Unterarms und übernimmt dessen Führung im Ellenbogengelenk. Die Speiche dagegen liegt an der Innenseite (Daumenseite) und trägt die Hand einschließlich der Handwurzelknochen.

Typischerweise ist bei einem Speichenbruch die Speiche nahe am Handgelenk gebrochen: Diese sogenannte distale Radiusfraktur ist die häufigste Fraktur des Menschen überhaupt. Hier können je nach Unfallhergang verschiedene Frakturformen entstehen – wobei zwei besonders wichtig sind:

  • In der Regel ist die distale Radiusfraktur die Folge eines Sturzes auf die ausgestreckte Hand. Diese Form von Radiusfraktur mit typischer Bruchstelle (= loco typico) bezeichnet man als Extensionsfraktur oder – nach dem Chirurgen Abraham Colles (Dublin, 1773-1843) – als Colles-Fraktur.
  • Seltener entsteht eine Radiusfraktur distal durch einen Sturz auf die gebeugte Hand. Diese Form von Speichenbruch nennt man Flexionsfraktur oder – nach dem Chirurgen Sir Robert W. Smith (Dublin, 1807-1873) – Smith-Fraktur.
Abbildung der Armknochen (Oberarmknochen, Unterarmknochen, Hand-Skelett © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Elle (Ulna) und Speiche (Radius)

Bei Kindern tritt die Radiusfraktur häufig in Form einer sogenannten Grünholzfraktur auf – das heißt: Der Knochen ist zwar gebrochen, die Knochenhaut jedoch intakt. Tritt ein Speichenbruch zusammen mit einer Gelenkverrenkung der Elle am Handgelenk auf, spricht man von der Galeazzi-Fraktur.

Häufigkeit

Die Radiusfraktur (Speichenbruch) tritt mit großer Häufigkeit auf: Etwa ein Viertel aller Knochenbrüche beim Menschen sind Radiusfrakturen. Dabei bricht die Speiche zu 90 Prozent nahe am Handgelenk: Jedes Jahr ziehen sich in Deutschland etwa 200.000 Menschen eine solche distale Radiusfraktur zu. Nahe am Ellenbogen ist die Speiche nur selten gebrochen.

Besonders verbreitet ist die Radiusfraktur bei Kindern zwischen 6 und 10 Jahren, da sie öfter stürzen. Ein weiterer Häufigkeitsgipfel liegt im Alter zwischen 60 und 70 Jahren. Der Grund: Im höheren Alter oder bei einer durch Osteoporose veränderten Knochenstruktur ist die Knochenstabilität vermindert. Dann ist das Risiko für einen Speichenbruch bei jedem Sturz wesentlich erhöht.


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