Rachenentzündung (Pharyngitis): Therapie

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (07. März 2016)

Bei einer Rachenentzündung (Pharyngitis) hängt die Therapie vor allem davon ab, ob die Schleimhaut im Rachen akut oder chronisch entzündet ist.

Akute Rachenentzündung (akute Pharyngitis)

Handelt es sich um eine akute bakterielle Rachenentzündung, hilft eine Behandlung mit Antibiotika. Normalerweise kommen bei einer akuten Rachenentzündung jedoch keine Antibiotika zum Einsatz, denn sie entsteht nur selten durch Bakterien. In den meisten Fällen stecken Viren hinter einer Rachenentzündung und gegen diese wirken Antibiotika nicht.

Bei einer akuten Rachenentzündung zielt die Therapie deshalb vor allem darauf ab, die Symptome zu lindern. Betroffene können hierfür einiges selbst tun, wie zum Beispiel:

  • Mundspülungen und Gurgeln (z.B. mit Kamille oder Salbei)
  • schmerzhemmende, desinfizierende Lutschtabletten (z.B. mit der Wirkstoffkombination Tyrothricin+Benzalkoniumchlorid+Benzocain)
  • zusätzliche Halsreizungen vermeiden (also z.B. möglichst aufs Rauchen verzichten, sehr heiße oder sehr scharfe Getränke vermeiden

Grundsätzlich ist es bei einer Rachenentzündung empfehlenswert, viel warme Flüssigkeit zu trinken, zum Beispiel in Form von Kräutertees.

Allerdings kann – auch, wenn Sie eigentlich eine akute virale Rachenentzündung haben – unter Umständen trotzdem eine Antibiotika-Behandlung angebracht sein: Denn eine virale Rachenentzündung setzt die Immunabwehr herab, sodass zusätzlich bakterielle Infektionen entstehen können.

Chronische Rachenentzündung (chronische Pharyngitis)

Bei einer chronischen Rachenentzündung (chronische Pharyngitis) hängt die Behandlung vom jeweiligen Auslöser der Erkrankung ab (z.B. trockene Luft, Tabakrauch oder Alkohol). Denn die wichtigste Therapiemaßnahme besteht vor allem darin, die auslösenden Faktoren im Alltag so weit wie möglich zu meiden. Zusätzlich sind gegen eine chronische Rachenentzündung alle Maßnahmen hilfreich, die den Rachenraum und die Atemwege feucht halten – wie zum Beispiel:

  • Inhalationen mit Salbei und Kamille oder salzhaltigen Lösungen
  • Erhöhung der Luftfeuchtigkeit durch Luftbefeuchter
  • Lutschtabletten

Ist eine behinderte Nasenatmung Auslöser der Rachenentzündung, kann unter Umständen auch eine Operation angebracht sein, um die Verengungen zu beseitigen. Liegt der chronischen Rachenentzündung eine andere Erkrankung zugrunde (z.B. Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, Sjögren-Syndrom), sollte diese behandelt werden.


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