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Stand: 28. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die Frage, ob es sich bei der Internetsucht um eine Erkrankung handelt, ist umstritten. Während zum Beispiel Alkoholsucht seit langem als Krankheit anerkannt ist, stellen sich Fachleute die Frage, ob Menschen auch internetsüchtig werden können. Kritiker des Begriffs Internetsucht bemängeln, dass die Beschreibung des Phänomens nicht zutreffend ist: Um ein Verhalten als Sucht bezeichnen zu können, fehlt ihnen die stoffliche Ebene, die körperliche Abhängigkeit samt schwerster bis lebensbedrohlicher Entzugssymptome hervorruft, zum Beispiel Alkohol, Medikamente oder Drogen. Außerdem sei nach Ansicht dieser Kritiker noch unzureichend geklärt, was genau beim Internet süchtig macht. Inzwischen erkennen jedoch die meisten Experten die Internetsucht als Suchterkrankung an.
Namensgeber der Internetsucht ist der New Yorker Psychiater Ivan Goldberg, der den Begriff "internet addiction disorder", kurz: IAD 1995 erstmals einführte. Er beschrieb die Abhängigkeit als ein psychisches Problem ähnlich der Spiel- oder Kaufsucht: Diese Süchte zeichnen sich dadurch aus, dass die Erkrankten immer wieder bestimmte Dinge tun müssen, zum Beispiel das Internet gebrauchen, Glücksspiele spielen oder Einkaufen gehen, obwohl sie sich dadurch selber oder andere schädigen.
Auch Bernad Batinic, Wissenschaftler am Fachbereich Psychologie der Universität Gießen, teilt diese Meinung: "Das Problem Internetsucht existiert. Es gibt Menschen, die sich den Konsum des Internets nicht einteilen können, beziehungsweise nicht damit aufhören können. Doch die Linie zwischen noch normal und bereits süchtig ist sehr schwer zu ziehen."
Allerdings ist er davon überzeugt, dass es keinen Automatismus bei der Entwicklung einer Onlineabhängigkeit gibt: "Um süchtig zu werden, müssen bestimmte psychische Vorschäden, bereits vorhanden sein. Schließlich werden auch nicht alle Menschen, die Alkohol trinken, automatisch zum Alkoholiker." Experten schätzen, dass in Europa bereits mehrere 100.000 Menschen internetsüchtig sind oder zumindest über das normale Maß hinaus unkontrolliert im Internet surfen.
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