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Alkoholismus (Alkoholabhängigkeit)

Definition

Stand: 26. Januar 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Alkoholismus (Alkoholabhängigkeit) ist eine chronische Verhaltensstörung, bei der eine Person über das soziale Maß hinaus Alkohol konsumiert. Dabei entsteht eine körperliche und psychische Abhängigkeit. Die Sucht nach Alkohol wird so groß, dass alles andere unwichtig wird. Der Alkoholiker ist nicht in der Lage, seinen übermäßigen Alkoholkonsum dauerhaft zu stoppen.

Alkoholmissbrauch ist eine Vorstufe zu Alkoholismus; der Übergang ist fließend. Missbrauch liegt immer dann vor, wenn jemand mehr Alkohol trinkt als normal und wenn es dabei zu – vorübergehenden – psychischen, körperlichen oder sozialen Auswirkungen kommt.

Alkoholabhängigkeit wird abhängig vom Trinkverhalten in fünf Typen eingeteilt (nach Jellinek):

Typ Beschreibung
Alphatrinker: Der Alphatrinker ist ein Konflikttrinker. Er trinkt, um psychische oder körperliche Probleme zu bewältigen. Der Alphatrinker ist in der Lage, für eine gewisse Zeit abstinent zu bleiben. Er ist nicht körperlich, jedoch psychisch von Alkohol abhängig.
Betatrinker: Der Betatrinker ist Gelegenheitstrinker. Bei sozialen Anlässen trinkt er übermäßig viel, behält jedoch die Kontrolle. Er kann zeitweise abstinent bleiben.
Gammatrinker: Der Gammatrinker gilt als der "klassische" Alkoholiker. Konsumiert er Alkohol, verliert er die Kontrolle über die Menge. Er entwickelt eine Abhängigkeit mit körperlichen und sozialen Problemen.
Deltatrinker: Der Deltatrinker ist auch als Spiegeltrinker bekannt. Der Betroffene ist abhängig und nicht in der Lage, abstinent zu bleiben. Er benötigt immer eine gewisse Menge Alkohol. Er trinkt aus Gewohnheit, verliert jedoch selten die Kontrolle über die Trinkmenge.
Epsilontrinker: Der auch als Quartalssäufer bezeichnete Epsilontrinker trinkt phasenweise über Tage oder Wochen hinweg exzessiv Alkohol.

Gamma-und Deltatrinker sind am meisten verbreitet.

Nicht jeder Mensch, der regelmäßig trinkt, wird zwangsläufig zum Alkoholiker. Vielmehr bestimmen viele Faktoren, ob eine Alkoholabhängigkeit entsteht. Hierzu zählen zum Beispiel die Persönlichkeit eines Menschen, aber auch eine genetische Veranlagung, Probleme und das soziale Umfeld.

Suchtgedächtnis

Einmal entstanden kann man Alkoholismus ohne professionelle Hilfe nur schwer überwinden. Grund ist insbesondere das Suchtgedächtnis. Wer jahrelang Alkohol konsumiert, aktiviert im Gehirn regelmäßig das Belohnungssystem. Botenstoffe wie Dopamin und Endorphine werden ausgeschüttet und verhelfen zu einem Glücksgefühl. Das Belohnungssystem lernt, dass die Droge Alkohol zu – wenn auch nur vorübergehendem – Wohlbefinden führt. Alkohol hat also eine belohnende Wirkung.

Je öfter man diese Belohnung wiederholt, desto mehr entstehen im Gehirn bestimmte Verknüpfungen von Nervenzellen (Neuronen) – das Suchtgedächtnis entwickelt sich. Dieser Eindruck bleibt im Suchtgedächtnis abgespeichert: Selbst Jahre nach einem Entzug können daher Schlüsselreize wie der Geruch von Alkohol oder der Anblick einer Weinflasche wieder zu einem Rückfall führen, weil das Suchtgedächtnis aktiv wird.

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