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Stand: 23. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Fatigue bei Krebs zeigt einen sehr uneinheitlichen Verlauf: Zum einen kann die Intensität der anhaltenden Müdigkeit und Erschöpfung bei Krebs sehr schwanken. Zum anderen ist nicht vorhersehbar, ob und wann sich das Erschöpfungssyndrom im Verlauf einer Krebserkrankung oder -behandlung einstellt.
Je nach Art der Krebstherapie folgt die behandlungsbedingte Fatigue bei Krebs allerdings oft einem bestimmten Muster: Bei einer Chemotherapie setzt die Fatigue gewöhnlich 3 bis 4 Tage nach Beginn der Behandlung ein und erreicht ihren Höhepunkt nach 10 bis 14 Tagen. Mit zunehmender Zahl der Chemotherapiezyklen steigt das Risiko, dass es zu dem Erschöpfungssyndrom kommt. Bei Krebsoperationen treten Fatigue-Symptome in der Regel in relativ engem zeitlichem Zusammenhang zur Operation auf und verschwinden innerhalb weniger Wochen. Nach einer Bestrahlung dagegen zeigt die Fatigue bei Krebs in manchen Fällen einen mehrmonatigen Verlauf. Bei einer Immuntherapie mit Zytokinen sind die Beschwerden mitunter so stark, dass man die Behandlung unterbrechen muss.
Fatigue bei Krebs beeinträchtigt das Wohlbefinden und die Lebensqualität erheblich. Da die Betroffenen infolge der anhaltenden Müdigkeit geistig und körperlich immer weniger leistungsfähig sind, können sie normale alltägliche Arbeiten im Haushalt oder Beruf nicht mehr ausführen. Ihre Erschöpfung und depressive Verstimmung führen dazu, dass soziale Kontakte im Verlauf der Fatigue zunehmend seltener sind. Die drohende Isolation und das daraus resultierende Unwohlsein verstärken wiederum die allgemeinen Erschöpfungszustände und seelischen Verstimmungen – es entsteht ein Teufelskreis.
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