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Stand: 23. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Gegen die Fatigue bei Krebs hilft eine Therapie, die individuell angepasst ist. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie Ihren Arzt über Ihren Zustand informieren. Viele Menschen betrachten die anhaltende, quälende Müdigkeit und Erschöpfung bei Krebs jedoch als normale, unumgängliche Begleiterscheinungen der Krebserkrankung oder -behandlung und erwähnen sie deshalb nicht. Doch nur, wenn der Arzt Ihre Probleme kennt, kann er Sie entsprechend über das Erschöpfungssyndrom beraten und eine geeignete Behandlung einleiten. Auch für Ihre Angehörigen wird es erfahrungsgemäß eine große Hilfe sein, den Grund für Ihre wiederkehrenden Erschöpfungszustände und seelischen Verstimmungen zu kennen, um besser damit umgehen zu lernen.
Die Behandlung der Fatigue bei Krebs besteht darin, die Ursachen der krankhaften Erschöpfung und die Symptome zu bekämpfen. Die ursächliche Therapie zielt darauf ab, die körperlichen Hintergründe der Fatigue zu beseitigen: Dazu gehören zum Beispiel die bei Krebs oft für Müdigkeit verantwortliche Blutarmut sowie Organ- und Hormonveränderungen. Auch verschiedene Medikamente – wie Schlafmittel, Schmerzmittel sowie Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen – können als Nebenwirkung müde machen. Wenn Sie starke Fatigue-Beschwerden haben, kann Ihr Arzt prüfen, ob zur Therapie eine Verringerung der Dosis oder eine Umstellung der Medikamente sinnvoll ist.
Als symptomatische Fatigue-Therapie bei Krebs bieten sich verschiedene Strategien an. So gelingt es oft durch körperliche Bewegung in Form von leichtem Ausdauertraining, die Symptome der Fatigue bei Krebs zu lindern: Die weit verbreitete Vorstellung, Menschen mit einer Krebserkrankung sollten sich schonen, führt bei vielen zu anhaltendem Bewegungsmangel – was zur Folge hat, dass die Muskelmasse und die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems abnehmen. Durch leichte körperliche Belastung können Sie dem entgegenwirken, wobei regelmäßiges Gehen, Joggen, Radfahren oder Schwimmen besonders zu empfehlen sind. Lediglich bei Fieber, Knochenmetastasen oder Mangelernährung ist ein Bewegungstraining nicht empfehlenswert.
Zusätzlich zum körperlichen Training wirken sich beispielsweise auch Entspannungstechniken zum Stressabbau (z.B. autogenes Training) positiv auf Ihre körperliche und seelische Verfassung aus. Wenn Sie im Rahmen der Fatigue bei Krebs Schlafstörungen haben, ist es zunächst ratsam, durch veränderte Schlafgewohnheiten zu versuchen, den Zustand zu verbessern. Eine Schlafanalyse kann helfen, die Ursache der Schlafprobleme aufzudecken. Falls trotz allgemeiner Maßnahmen die Fatigue bei Krebs weiterhin mit Schlaflosigkeit einhergeht, können Sie sich zur Therapie Schlafmittel verschreiben lassen. Nehmen Sie solche Mittel aber keinesfalls auf eigene Faust ein, da sich Schlafstörungen dadurch langfristig eher verschlimmern.
Bei der Fatigue bei Krebs kann außerdem eine Verhaltenstherapie helfen, Ihre Schlafstörungen und Ihr seelisches Befinden positiv zu beeinflussen. Unter Umständen kann man auch versuchen, die Fatigue-Symptome durch stimulierende oder antidepressive Medikamente zu behandeln. Wenn die gegen das Erschöpfungssyndrom eingesetzte Therapie nur unzureichende Ergebnisse bringt, ist es hilfreich, ein Fatigue-Tagebuch zu führen: Dadurch können Sie bestimmte Aktivitäten gezielt in den Tagesablauf einplanen und zu Zeiten durchführen, in denen Ihre Leistungsfähigkeit am größten ist.
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